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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
132
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Du in Dein Nest kommst mit Deiner Schlafgenossin, sonst istHier noch der Teufel los."

Magda benutzte diesen Rat-, zog sich so schnell sie konntezurück, und riß Jeanie mit sich fort in eine Art Kämmerchen,von dem übrigen Theil der Scheune durch eine morsche Lehm-wand geschieden. Einige am Boden liegende Strohbündelzeigten, daß es zum Schlafgcmach bestimmt war. Der Mondschien durch eine Oeffnung auf ein Reitkiffen, einen Packsattclund einige Felleisen das Reisegeräth Magda's und ihrerliebreichen Mutter.

Hast Du wohl in Deinem Leben so eine hübsche Schlaf-stube gesehen?" sagte Magda.Sieh nur, wie der Mond sokühl auf das frische Stroh scheint! Im ganzen Tollhause ha-ben sie kein so angenehmes Kämmerchen, so schön der Ort auchvon außen anzusehen ist. Bist Du schon im Tollhause gewesen ?"

Jeanie schauderte zurück bei dieser Frage. Mit Mühe brachtesie ein leises Nein hervor, um ihre wahnsinnige Gefährtinnicht zu erzürnen, da sie in ihrer qualvollen Lage sogar die Ge-sellschaft dieser Tollen als einen gewissen Schutz betrachten mußte.

Niemals im Tollhause!" rief Magda, als erstaune sie dar-übernun, ich glaube, die dummen Kerle, die Rathsher-ren schicken keinen hin als mich. Ich muß in besondererGunst bei ihnen stehen. Ader, Jeanie," sagte sie vertrau-lich,Du verlierst eigentlich nicht viel dabei. Der Wärterist ein bissiger Hund, und wenn man nicht nach seinem Wil-len thut, macht er Einem den Ort noch ärger als die Hölle.Ich habe ihm oft gesagt, er ist der Tollste im ganzen Hause. Aber was machen die da drinnen für einen Lärm? Unterstehesich Einer von ihnen hier herein zu wollen das würde sichhübsch schicken! Ich will mich mit dem Rücken gegen die Thür setzen,und es soll ihnen nicht so leicht werden, mich fortzubringen."