bahnten Seitenwege, anstatt sich in's Gebüsch zu vertiefen,wie sic fürchtete. Nachdem sie eine halbe Stunde lang alledrei in tiefem Schweigen fortgegangen waren, kamen sie zueiner alten, einsam gelegenen Scheune. Sie war jedoch be-wohnt, denn man bemerkte Licht darin.
Einer von Jeani's Begleitern schlug an die Thür. Siewurde geöffnet, und die Räuber traten mit ihrer unglückli-chen Gefangenen ein. Bei einem bis zum Ersticken dampfen-den Kohlenfeuer stand ein altes Weib und kochte. Sie fragte,wozu in des Teufels Namen sie die Dirne hieherbrächten,anstatt sie auszuplündern und laufen zu lassen.
„Ei, alter Blutegel," sagte Jeanie's Beschützer, »wir sindschlecht genug, aber nicht die eingefleischten Teufel, zu denenDu uns machen willst."
„Sie hat einen Freipaß von Ratcliffe," sagte der Andere,„und Franz will nicht, daß ihr etwas zu Leide geschehe "
„Nein, bei Gott, ich gebe es nicht zu," versetzte Franz,„aber will unser alter Blutegel sie eine Weile dabehalten,oder sie ungekränkt nach Schottland zurückschicken, so mag siees meinetwegen thun."
„Ich will Dir etwas sagen, Franz, wenn Du mich nocheinmal alter Blutegel nennst, färbe ich dies in Deinem bestenBlut, mein Junge." Und bei diesen Worten erhob sie einMesser gegen ihn.
„Unser alter Blutegel ist gar böser Laune heut," sagteFranz lachend.
Mit rachsüchtiger Gewandtheit schleuderte die Alte augenblick-lich ihr Messer nach ihm. Durch eine schnelle Bewegung des Kopfsvermied er jedoch den tödtlichen Wurf; das Eisen pfiff an sei-nem Ohr vorbei und blieb hinter ihm in der Lehmwand stecken.
„Komm, komm, Mutter," sagte der Räuber, indem er sie
Kerker von Edinburg. ll. g