„Weh mir!" rief Jeanie; „sie sprach niemals eine Sylbedarüber, sondern weinte nur heftig, als ich sie wegen ihresbleichen Aussehens und ihrer Traurigkeit befragte-"
„Sie haben sie deshalb befragt?" sagte er dringend. „Siemüssen sich erinnern, daß ihre Antwort ein Geständnis; war,ein Bösewicht habe sie in's Verderben gestürzt — ja, sagenSie mir so — ein verworfener Bösewicht, — es be-darf keines andern Namens — und sie trage die Folgen sei-nes Verbrechens und ihrer Schwäche unter ihrem Herzen,und er habe versprochen für sie zu sorgen, während des be-vorstehenden Ungemachs. — O, er hat trefflich Wort gehal-ten!" — Wild, mit bitterer Selbstanklage in Miene und Tonsprach er die letzten Worte, und setzte dann ruhiger hinzu:„Sie erinnern sich Alles dessen? — Dies zu sagen genügt."
„Ich kann mich aber dessen nicht erinnern, was Effie nie-mals sagte," entgegnete Jeanie unbefangen.
„Begreifen Sie denn so schwer, so äußerst schwer?" riefer, indem er plötzlich ihren Arm ergriff und festhiclt. „Ichsage Ihnen," fuhr er mit großem Nachdruck fort, obgleich mitzusammengebiffencn Zähnen und zuröckgehaltenem Athen; —„Sie müssen sich erinnern, daß sie Ihnen Alles dies ge-standen, und wenn sie auch nie eine Sylbe davon erwähnte.Sie müssen Alles dies — worin keine Unwahrheit ist, als dieallein, daß sie es Ihnen mittheilte — vor diesen blutgierigenRichtern anssagen, und ihnen einen ungerechten Mord, undIhrer Schwester den Tod durch Henkers Hand ersparen. —Nehmen Sie keinen Anstand, ich verpfände Leben und Selig-keit, daß Sie nichts als die reine Wahrheit reden, wenn Sieaussagen, was ich wünsche."
Jeanie hatte einen zu richtigen Verstand, sich von diesenScheingründen blenden zu lassen. „Und legte ich nicht eben