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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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stand richteten. Er stieß ihn mit einer ungeduldigen Bewe-gung weg, als sollte nichts die Gedanken zum Irdischen zu-rückrnfen in dem Augenblick der Erhebung zu Gott. DerAbschnitt aus der Bibel war gelesen, der Psalm gesungen,das Gebet verrichtet. Absichtlich hatte Deans jede Stellevermieden, die auf sein häusliches Unglück zu beziehen war-Er stand jetzt auf, und indem er seiner Tochter eine guteNacht wünschte, faßte er ihre Hände und hielt sie eine Zeit-lang in den seinigen; dann zog er sie an sich, küßte sie aufdie Stirn und rief:Der Herr segne Dich mit dem Segender Verheißung, mein theurcs Kind!"

Solche Aeußerungen der Zärtlichkeit pflegte sich Deansnicht zu gestatten. Er betrachtete sie als eine Schwäche. Umso liefern Eindruck machten sie jetzt auf Jeanie-Und aufDir, mein theurer Vater," rief sie, nachdem sich die Thürhinter dem ehrwürdigen Greis geschlossen,möge hundertfacherSegen der Verheißung ruhen, der Du auf dieser Welt wan-delst, als wärest Du nicht von dieser Welt, und Alles, wassie geben und nehmen kann, nur den Mücken gleich achtest, dieder Morgenstrahl hervorbringt, und der Abcndhauch verweht!"

Nun bereitete sie sich auf ihren nächtlichen Gang vor. Vonihrem Vater vermißt zu werden, durfte sie nicht fürchten.Regelmäßig in allem, verließ er nie sein Schlafgemach, wenner sich Abends dorthin begeben hatte. Doch vermochte siekaum ihrem Entschluß treu zu bleiben, als der Augenblick derAusführung gekommen war. Ihre Hände zitterten, indem sicihre schönen Haare unter das Band, den einzigen Kopfschmuckder Mädchen des Hochlandes, schlang, und indem sie das roth-carrirte schottische wollene Tuch befestigte, welches von allenFrauen jener Gegenden als eine Art Mantel oder Schleiergetragen wird. Ein Gefühl der Unziemlichkeit sowohl, als