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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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der Gefahr ihres Vorhabens erfaßte fle gewaltsam, als sie dieThur des väterlichen Hauses öffnete, um es zur Nachtzeit,allein und ohne Wissen ihres natürlichen Beschützers zu ver-lassen.

Als sie sich auf freiem Felde sah, drängten sich ihr neueGegenstände der Besorgniß auf. Diese nackten Felsenmassen,mit schwärzlich grünen Hügeln untermischt, zwischen denensich ihr Weg hindurchschlang, riefen ihr manche Gewaltthatin's Gedächtniß, die dort geschehen sein sollte. Sie warenoft die Zuflucht von Räubern gewesen; Hexen und böse Gei-ster hatten der Sage nach daselbst gehaust. Und mit jedemSchritt auf dem öden, wild bewachsenen Pfad vertiefte siesich mehr in diesem Gebiet des Schreckens und entfernte sichweiter von jeder Möglichkeit menschlicher Hülfe. ZitterndeMondblicke beleuchteten jetzt die Gegend mit bleichem, unge-wissen Schein. Schwankende Bilder aller Gränelgeschichten,die Jeanie je von dieser Einöde hatte erzählen hören, beweg-ten sich vor ihrer Einbildungskraft. Eine unbeschreiblicheAngst ergriff sie. Allein sie mich nicht von ihrem Vorsatz.Der Gedanke, ihre Schwester retten zu können, siegte überihre Furcht. Mit bebendem Fuß, aber entschlossen, schritt sievorwärts über Stein und Dorn, bald im Dunkel und baldim Mondlicht, wie ihr Pfad beleuchtet oder im Schatten lag,indem sie sich dem Schutze dessen empfahl, vor dem die Nachtdem Hellen Mittag gleich ist.