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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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eine Sache aufnehmen werde. Die Begleitung einer Freun-din wäre freilich wünschenswerth gewesen; doch wußte siekeine, die eines solchen Vertrauens würdig war, hätte sicauch das Verbot des Briefes überschreiten wollen. Siekannte die Leute in der Gegend wenig. Der Umgang mitden redseligen Gevatterinnen der Nachbarschaft hatte für einMädchen von so starker Seele und so ernstem Sinn, wieJeanic, durchaus nichts Anziehendes gehabt.

Allein, und aller irdischen Hülfe beraubt, nahm stc ihreZuflucht zu einem Freunde und Rathgeber, dessen Ohr demRuf der ärmsten und gebeugtesten der deinen stets offen ist.In andächtigem Gebet warf sie sich vor Gott nieder, undbat ihn, sle zu leiten in dieser Bcdrängniß. Jcanie fand,was sie gesucht hatte. Mit einem Herzen, gerüstet gegenjede Prüfung, ermnthigt jeder Gefahr zu begegnen, erhob siesich von ihrer Andacht.Ich will diesen Unglücklichen spre-chen," sagte sie zu sich selbst,unglücklich muß er wohlsein, wenn er, wie ich nicht zweifle, die Ursache des Unglücksder armen Effie ist. Sprechen muß ich ihn, cs werdedaraus, was will. Ich darf mir nie den Borwurf zu machenhaben, daß ich meiner eigenen Sicherheit wegen ein Mittelzur Rettung unversucht gelassen habe."

Nach diesem Entschluß, der ihr große Beruhigung ge-währte, ging sie wieder zu ihrem Vater und dann an dieGeschäfte des Haushalts. In banger Erwartung verging ihrder Tag. Auch Vater Deans war durch die Vorgänge desMorgens mehr als je aufgeregt. Doch wich er ebenso wenigals seine Tochter von der gewohnten Bahn der häuslichenOrdnung ab. Nur eine Unruhe, die ihn unablässig von ei-nem Orte zum andern trieb, ein häufiges krampfhaftes Zuckenseiner Augenlider und unwillkürlich ausgcstoßene Seufzer