94
det in dem wahren und ächten, denJrrthümern derZeit entgcgen-stehcndcn Glauben, allein sic hege doch keine den Independentengünstige Meinungen; auch war sie keine Engländerin. Man konntedaher hoffen, daß, obgleich sie die Wittwe eines hitzköpfigen Korpo-rals von Cromwell's Dragonern war, doch ihres Enkels Grund-sätze nichtjenedem guten Deans so verhaßten scinmöchten- Ueber-dies hatte der wackere Mann seine schwacheSeite; er sah, daß Witt-we Butler ihn mit Ehrfurcht betrachtete, viel auf seinen Rath gab,sich in Hinsicht auf die Bcwirthschaftung ihrer kleinen Meierei gernvon seinerErfahrung belehren ließ, und dafür auch einen gelegentli-chen Seitenhicb auf dieMcinungen ihres verstorbenenMannes hin-nahm, denen sie, wie schon erwähnt worden,nicht sonderlich anhing.
Der Nachsatz jener landwirthschaftlichen Rathschläge war ge-wöhnlich: „Es kann sein, daß sie es in England anders machen,Nachbarin Butler," oder: „In fremden Ländern ist dies vielleichtnicht so," oder: „Die, welche anders über das große Werk unse-rer Kirchenvcrbesserung denken, und den herrlichen Bau unseresZions gern niederreißen mochten, würden vielleicht rathen, Ha-fer in diese Einhegung zu säen, ich aber sage, Erbsen müssen essein, Erbsen." Und da sein Rath theilnchmcnd und verständigwar, nahm man ihn, trotz der darin herrschenden Anmaßung,mit Dankbarkeit auf, und befolgte ihn mit Ehrfurcht.
Aus dem Verhältniß der beiden Familicnhäupter entwickeltesich sehr frühzeitig ein genauer Umgang des Knaben Rüben undder junge» Jeanic, der einzigen Tochter des David Deans vonseiner ersten Frau, „jener seltenen Christin," wie er zu sagenpflegte, „deren Name von allen, die sie gekannt, als der einerächten Bekennerin gepriesen ward."
Das Wesen jener jugendlichen Freundschaft zu erklären, be-darf cs einiger Worte über die angebornen und anerzogenen Ei-gcnthümlichkeitcn der beiden Kinder.