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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Sein Tod machte eine große Veränderung zu Gunsten derbeiden unglücklichen Familien. Hans Stummendeich schien zwarauch seinen Antheil von Engherzigkeit und Selbstsucht zu haben;allein ihm fehlte der thätige Sinn und die unersättliche Gier sei-nes Vaters; und zum Glück stimmte seines Vormunds Meinungmit der seinigen darin überein, man müsse mit der vom sterben-den Vater empfohlenen Schonung handeln. Die Pächter wur-den demnach nicht in das Schneegestöber hinausgetricben, undman vergönnte ihnen ihre Buttermilch und ihren Erbsenbrei,welches sie jedoch unter dem vollen Druckdes ersten Fluches aßen.

Woodend, der Wohnort des David Deans, lag nicht sehrentfernt von Becrsheba, wo Butlers lebten. Dennoch hatten diebeiden Familien sich früherhin wenig gesehen. Deans war einunbeugsamer Schotte, und hegte alle nur erdenklichen Vorur-theilc gegen England und was von dorther stammte. UeberdicSwar er, wie schon gesagt worden, ein strenger Presbyterianer,und wich kein Haar breit von dem, was er die einzig möglichegerade Linie zwischen den leidenschaftlichen Ucbertreibungen zurrechten Hand und den Jrrthümern zur linken nannte. Er hegtedeshalb einen tiefen Abscheu vor allen Independenten, so wievor solchen, die in einiger Verbindung mit ihnen standen. Un-geachtet dieser volksthümlichen Vornrtheile und dieser Verschie-denheit religiöser Meinungen, führte doch die Lage beider Fami-lien zuletzt eine Annäherung herbei. Sic hatten eine gemein-schaftliche Gefahrbestanden, und ihnen wurdecine gemeinschaft-liche Rettung. Sie bedurften des gegenseitigen Beistandes, wieMenschen, die miteinander einen Bergstrom durchschwimmen,sich fest zusammen halten müssen, daß nicht, zu mächtig fürden Einzelnen, die starke Wasserflut- ihn fortreiße.

Bei näherer Bekanntschaft schwanden sogar einige von Deans'Vornrthcilen. Er fand, Frau Butler sei zwar nicht fest begrün-