storben war. Darauf ergriff er des Geistlichen Hand und fragtefeierlich, ob sie fähig gewesen sei, seinen Gebeten die Aufmerk-samkeit zu schenken, die einem Sterbenden zieme-
„Werther Herr," sagte der gute Pfarrer, „ich hoffe, diesarme Weib hatte noch Besinnung genug, um den Inhalt mei-ner Gebete zu fühlen und Theil daran zu nehmen. Aber wirwollen bescheiden hoffen, daß wir nach der Gelegenheit, die wirzu religiösem und sittlichem Unterricht hatten, gerichtet werden-Sie mußte gewissermaßen als eine unbelehrte Heidin im Schooßeeines christlichen Landes angesehen werden; auch müssen wiruns erinnern, daß die Fehler und Laster ihres in Unwissenheitzugebrachtcn Lebens durch Beispiele von uneigennütziger Treue,welche sie fast mit Heldenmut- bewahrte, ausgeglichen wur-den. Ihm, der allein unsre Fehler und Jrrthümer gegen unserStreben nach Tugend abwägcn kann, empfehlen wir sie mitEhrfurcht, aber nicht ohne Hoffnung."
„Darf ich bitten," sagte Bertram, „daß Sie jede anstän-dige Form beim Begräbniß dieses armen Weibes gestaltenwerden? Ich habe noch eine Baarschaft, die ihr gehört, inmeinen Händen, — auf alle Fälle werde ich für die Kostenverantwortlich sein — zu Wovdbourne bin ich zu finden." —
Dinmont, den einer seiner Bekannten mit einem Pferdeversehen hatte, rief jetzt laut, daß Alles zu ihrer Rückkehr inBereitschaft sei; nachdem Bertram und Hazlewood die Menge,die jetzt auf einige hundert gestiegen war, ernstlich ermahnthatten, in ihrer Freude gute Ordnung zu halten, weil die ge-ringsten Uebertretungen zum Nachtheil des jungen Laird aus-gelegt werden könnten, wie sie ihn nannten, nahmen beidenunmehr Abschied, von dem Geschrei der Menge begleitet.
Als sie bei den zerstörten Hütten von Derncleugh vorüber-ritten, sagte Dinmont: „Gewiß, Capitain, wenn Ihr zu dem