Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

damit Ihr seht, daß ich ein Gewissen habe, wie Jhr's nennt,so will ich verdammt sein, wenn ich Euch mehr als sechs Pencetäglich für die Freiheit hier im Hofe zu spazieren, anrcchne;und Ihr dürft hier täglich fast drei Stunden wandeln undkönnt Ball spielen, oder was Euch sonst beliebt."

Mit dieser gütigen Verheißung brachte er Bertram in dasHaus und führte ihn eine steile und schmale, steinerne Treppeempor, an deren Ende oben sich eine starke, über und über mitEisen beschlagene Thür befand. Durch diese Thür gelangteman auf einen schmalen Gang oder Galerie, wo sich drei Zellenauf jeder Seite befanden, elende Gewölbe mit eisernen Bett-gestellen und Strohsäcken. Aber am Ende war noch ein klei-nes Gemach von anständigerm Ansehn, d. h., es hatte wenigerdas Anschn eines Gefängnisses, da eS, (bis auf das große Schloßund die Kette vor der Thür, so wie die gekreuzten, starkenEisenstäbe am Fenster,) eher desschlechtsten Gasthofs schlech-testem Gemache" glich Es war für Gefangene bestimmt, de-ren Gesundheitszustand einige Nachsicht erforderte; und wirklichwar Donald Laider, Bertrams bestimmter Genosse, soeben erstaus einem der beiden Betten geschleppt worden, die das Zim-mer enthielt, um zu versuchen, ob reines Stroh und Brannt-wein sein Fieber nicht leichter zu heilen im Stande wäre. DieseHerauswersung war durch die Kraft der Mrs. Mac-Guffogvollzogen worden, während ihr Gemahl mit Bertram im Hofesprach, denn die gute Dame hatte bestimmt vorausgeahnt, aufwelche Weise die Verhandlung enden werde. Offenbar hattedie Herauswersung nicht ohne einige Kraftanstrcngung statt-gefunden, denn ein Bettpfosten an einem kleinen Himmelbett warniedergebrochen, so daß die Gardinen mitten in das kleine Zim-mer herabhingen, gleich dem Banner eines Heerführers, welchesim Gewühl einer Schlacht halb gesunken ist.