Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
19
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Ich kannte ein solches Lied;" sagte Bertram,von An-fang bis Ende mußt' ich es als Knabe zu singen. Sie muffenwissen, daß ich Schottland, meine Heimath, sehr jung verließ,und diejenigen, die mich wegführtcn, unterdrückten jeden mei-ner Versuche, meine Jugcnderinnerungen zu bewahren; ver-muthlich deßwegen, weil ich den kindischen Wunsch nährte,ihrer Obhut zu entfliehen."

Sehr natürlich," sagte Glossin, aber auf eine Weise, alsob seine äußersten Anstrengungen nicht im Stande wären, sei-nen Mund weiter als um einen Viertelzoll zu öffnen, so daßseine Aeußerung nur wie eine Art Gemurmel erschien, sehrverschieden von der vollen, kühnen und lauten Stimme, womiter gewöhnlich sprach. Wirklich schien auch durch sein ganzesBenehmen während dieser Unterhaltung seine Kraft und Ge-stalt zusammenzuschrumpfen, und abzuneßmcn; bald setzte erLen einen Fuß vor, bald den andern, bald sanken, bald hobensich seine Schultern, bald spielte er mit den Westenknöpfen,bald schlug er die Hände zusammen, kurz, er war das le-bendige Bild eines gemeinen, klcinmüthigen Schurken, derangstvoll der Entdeckung entgegensieht. Alles dies entgingindeß Bertram völlig, da sich dieser zu sehr dem Gange seinereignen Gedanken überließ. Und obwohl er Glossin anredete,dachte er in der That doch so wenig an ihn, daß ihn jenergar nicht in seinen eignen Gefühlen und Erinnerungen unter-brechen konnte.Ja," sagte er,ich bewahrte meine Mutter-sprache unter den Seeleuten, von denen die meisten englischsprachen, und so oft ich mich in einen Winkel für mich alleinzurückziehen konnte, pflegte ich das ganze Lied von Anfang bis zuEnde zu singen; jetzt Hab' ich es ganz vergessen aber ich ent-sinne mich noch recht gut der Melodie, obwohl ich nicht errathenkann, was es ist, das sie mir jetzt so deutlich in's Gedächtniß ruft."