gängniß abwarten, wozu man sie einladen wird, da ich demGeschäftsführer der Verstorbenen Nachricht gegeben habe, daßSie als Bevollmächtigter von Seiten der Miß Lucp Bertramhier sind. Ich werde Sie nachher in der Wohnung der Se-ligen treffen, und ein Auge darauf haben, daß bei Eröffnungdes Nachlasses Alles in gehöriger Ordnung vorgehe. DieAlte hatte ein junges Mädchen bei sich, eine verwaiste Ver-wandte, die als sklavische Gesellschafterin bei ihr lebte. Ichhoffe, sie wird so viel Gewissen gehabt haben, diese ihre Un-tergebene für alle Härte und Mühe, die sie zeitlebens bei ihrerdulden mußte, gebührend zu entschädigen."
Jetzt erschienen drei Herren, die dem Fremden vvrgestelltwurden. Es waren verständige, heitere und gebildete Männer,daß der Tag sehr angenehm verstrich. Als Mannering amAbend wieder in seinem Gasthofe ankam, fand er eine Ein-ladungskarte zum Leichenbegängniß der Miß Margarete Ber-tram von Singlefide, welches um ein Uhr Nachmittags vonihrem eigenen Hause beginnen und zum Begräbnißplatz aufdem Capucinerkirchhof gehen sollte.
Zur bestimmten Stunde begab sich Mannering nach einemkleinen Hause in der südlichen Vorstadt, wo er den Trauer-Platz, wie gewöhnlich in Schottland, durch zwei Trauergestal-ten bezeichnet fand, angethan mit langen schwarzen Gewän-dern, weiße Kreppflören und Hutbändern, und Stäbe mitTrauerfahnen ähnlicher Art in den Händen haltend. Zweiandre Stumme, die nach ihren Gesichtern zu urtheilen, ingroßer Trübsal um des fremden Unglücks willen waren, führ-ten ihn in das Speisezimmer des Verstorbenen, wo die Ge-sellschaft der Leidtragenden versammelt war.
In Schottland ist die, jetzt in England außer Gebrauchgekommene Sitte, die Verwandten des Verstorbenen zum Leichen-