Mac-Morlan zürnte, der ihm einen närrischen Sonderling zumSachwalter empfohlen hatte. Er näherte sich daher mit dreitiefen Verbeugungen und bat um Erlaubniß, sein Beglaubi-gungsschreiben zu den Füßen des schottischen Monarchen nieder-legen zu dürfen, damit cs derselbe nach Bequemlichkeit lesen möge.Die Gravität, mit welcher er sich der Laune des Augenblicks fügte,und die tiefe und demüthige Verbeugung, mit welcher er zuerstden Sitz ablehnte und dann annahm, den ihm der Ceremonien-meistcr präsentirte, verursachten einen dreimaligen Applaus.
„Der Teufel hol' mich, wenn sie nicht all zusammen tollfind!" sagte Dinmont, mit wenig Ceremonie einen Sitz untenan der Tafel einnehmend, „oder sie haben vor der Zeit Feier-tag angefangen und find all' mit einander illuminirt."
Ein volles GlaS Claret ward Manncring gereicht, welcheres auf die Gesundheit des regierenden Fürsten trank. „Ihr seid,wie ich vermuthe," sagte der Monarch, „der berühmte MilcsMannering, der sich in de» französischen Kriegen so hervor-that, und könnt uns wohl belehren, ob die Gascognerweine inunfern nördlichen Reichen ihr Arom verlieren."
Mannering, angenehm durch diese Anspielung auf den Ruhmseines gefeierten Ahnen berührt, antwortete, indem er sich blosals fernen Verwandten des berühmten Ritters vorstellte und setztenoch hinzu, „daß seiner Meinung nach der Wein vortrefflich sei."
„Er ist zu kalt für meinen Magen," sagte Dinmont, dasGlas niedersetzend, (aber erst nachdem es leer).
„Wir wollen diesen Umstand verbessern," antwortete KönigPaulus, seines Namens der Erste; „wir haben nicht vergessen,daß die nebelige und feuchte Luft unsers Thales Liddell zustärkern Getränken geneigt macht. — Seneschall, laßt unser»treuen Lehensmann einen Becher Branntwein haben; dies wirdihm dienlicher sein."