151
Ich werde Sorge tragen, daß Miß BertramS Vortheil erzieltwird-"
„Jedoch, Sir, — jedoch, Oberst Mannering," fuhr Glosstnfort, „es ist noch ein anderer Umstand vorhanden, den Nie-mand erläutern kann, als ich. Jene Dame — jene Mrs.Margarete Bertram hat, wie ich genau weiß, eine Verfügunghinsichtlich ihrer Angelegenheiten zu Gunsten der Miß LucyBertram gemacht, als sie bei meinem alten Freunde, Mr.Bertram, zu Ellangowan wohnte. Der Dominie — so wurdeder sehr achtbare Mr. Simson von meinem verstorbenen Freundeimmer genannt — dieser und ich sind Zeugen bei der Sachegewesen. Und sie hatte volles Recht, damals eine solche Ver-fügung zu treffen, denn sie war Erbin des Gutes Singleside,obwohl eine ältere Schwester eine Leibrente darauf hatte. Deralte Singleside hatte ein närrisches Testament gemacht, Sir;er machte die beiden Töchter feindselig gegeneinander wie zweiKatzen, ha ha ha!"
„Ja, Sir," sagte Mannering, ohne das leiseste Lächeln zuzeigen; „aber zur Sache. Sie sagten, diese Dame hatte dasRecht ihr Gut der Miß Bertram zu vermachen, und hat siedies gethan?"
„Allerdings, Oberst," erwiederte Glosstn. „Ich denke doch,ich verstehe das Recht—ich bin viele Jahre damit beschäftigtgewesen, und obwohl ich mich nunmehr zur Ruhe gesetzt habe,so vernachlässigte ich deßhalb doch nicht diejenige Wissenschaft,die, wie es heißt, besser als Haus und Hof ist, die Rechts-wissenschaft, da ja auch schon der gemeine Reim sagt,
..Schön ist's sürwehr.
Ein Gnt gewinnen, des verloren mar."
Nein, nein, ich liebe das Landleben — ich habe nur noch einBißchen Rechtskunde, um meinen Freunden zu dienen."