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7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
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Personen lieben, zu deren tröstender Freundschaft ich lieber meineZuflucht nehmen möchte, wenn ich von dem, was man gewöhnlichUnglück nennt, bedroht würde. Dies begegnet einem nun aber soselten im Leben und man bedarf einer Freundin, die uns bei demeingebildeten Uebel Trost schenkt, gleich als ob es wirkliches wäre-Der Himmel weiß es, und auch du, theuerste Matilde, daß jeneHerzenöbekümmerniffe ebensowohl den Balsam des Mitgefühlsund liebenderZuneigungverlangen, als die Uebel von strengermund entschiedenerem Charakter. Nun besitzt aber Lucy Bertramnichts von jenem lindernden Mitgefühl, gar nichts, meine theuersteMatilde. Wenn ich das Fieber hätte, so würde sie mich Nacht füvNacht mit der unermüdlichsten Geduld pflegen; für das Fieber desHerzens jedoch, welches meine Matilde so oft besänftigte, hat sienicht mehr Mitgefühl, als ihr alter Lehrer. Am meisten auffälligist mir indeß der Umstand, daß dies seltsame Dämchen in derThatselber einen Geliebten hat, und daß ihre wechselseitige Neigung(denn für gegenseitig halte ich sie,) gar viel des Verwickelten undRomantischen hat. Du mußt wissen, daß sie einst eine reiche Erbinwar; die Verichwcndung ihres Vaters aber und die Schurkereieines schändlichen Menschen, auf den er traute, haben sie armgemacht. Einer der hübschesten jungen Herren der ganzen Um-gegend hat sie lieb gewonnen; da er jedoch Erbe eines großenVermögens ist, so weist sie seine Bewerbungen unter dem Vor-wände ihrer Armuth immer zurück.

Aber bei all dieser Mäßigung, Selbstverläugnung, Beschei-denheit u. s. w. ist Lucy doch ein schlaues Mädchen ich bin gewiß,sie liebt den jungen Hazlewood, und eben so gewiß bin ich, daß eretwas davon weiß und sie wahrscheinlich zum Geständniß bringenwürde, wenn mein Vater oder sie ihm nur eine Gelegenheit dazugestattete. Aber du mußt wissen, daß Oberst Mannering immerselbst der Miß Bertram jene Aufmerksamkeiten erzeigt, welche