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7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
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können. An diesem Weibe ließ sich kein solcher Zug der Mensch-lichkeit entdecken. Die Theilnahme, welcher Art sie auch war,die sie zu seinen Gunsten hegte, rührte nicht vom Mitleid her,sondern von andern verborgenen und wahrscheinlich launen-haften Gefühlen, die er nicht zu deuten vermochte. Vielleichtberuhte Alles auf einer eingebildeten Aehnlichkeit, so wie LadyMacbeth den schlafenden Monarchen mit ihrem Vater ähnlichfand. Dergleichen Gedanken kreuzten in rascher Aufeinander-folge Browns Gemüth, während er aus seinem Versteck dieaußerordentliche Person betrachtete. Indessen langte die Bandenoch nicht an, und er war fast im Begriff, seinen ursprüng-lichen Plan, aus der Höhle zu entfliehen, wieder aufzunehmen,während er zugleich im Stillen seine Unentschlossenheit ver-wünschte, in Folge deren er hieher gebannt war, wo er we-der Raum zum Widerstand, noch zur Flucht hatte.

Meg Merrilies schien gleichfalls eifrig zu harren. Sielauschte bei jedem Tone, der sich um die alten Mauern hörenließ- Dann wendete sie sich wieder zu dem Leichnam, undfand etwas an seiner Lage zu ordnen oder zu ändern, »'sist eine hübsche Leiche," murmelte sie für sich,und ist wohlwerth, gehörig geschmückt zu werden." In dieser traurigenBeschäftigung schien sie eine Art von berufsmäßigem Vergnü-gen zu finden, indem sie sorgfältig alle einzelnen Kleinigkeitenbeobachtete, ganz mit dem Geschick und den Gefühlen einerEingeweihten. Ein langer dunkelfarbiger Schiffermantel, densie aus einem Winkel schleppte, ward als Leichentuch gebraucht;das Gesicht ließ sie entblößt, nachdem sie Mund und Augengeschloffen hatte» und den Kragen des Mantels legte sie so,daß der blutige Verband verborgen ward, um dem Leichnam,wie sie sich ausdrückte,ein anständigeres Ansehn zu geben."

Plötzlich traten drei oder vier Männer, in Wesen und