schn. Miß Bertram ließ einige sehr natürliche Thränen aufdiese kaltherzige Epistel fallen; denn zur Zeit, da ihre Mutternoch lebte, war jene gute Ladp fast drei Jahr lang Gast zuEllangowan gewesen, und nur, als sie ein Vermögen von jähr-lich 40 o Pfund Zinsen erbte, hatte sie dem gastfreundlichenHause Lebewohl gesagt, welches wohl sonst die Ehre gehabthaben würde, ihr bis zum Tode seines Eigenthümers Schutzzu leihen. Lucy fühlte sich stark geneigt, die schmutzige Spendezurückzuschicken, welche gewiß nur durch einen harten Kampfmit ihrem Geize der alten Dame entrissen worden war. Nachreiflicher Ueberlegung begnügte sie sich indeß, zu schreiben, daßsie das Uebersandtc als Darlehn betrachte, welches sie baldzurückzuzahlen hoffe; zugleich benachrichtigte sie ihre Verwandtevon der Einladung, die sie vom Oberst und der Miß Man-nering erhalten hatte. Diesmal kam die Antwort mit um-gehender Post; so sehr besorgt war Mrs. Bertram, daß einleichtsinniges Zartgefühl oder ähnliches dummes Zeug, wie siesich auSdrückte, ihre Nichte verleiten möchte, ein so günstigesAnerbieten zurückzuweisen und damit zugleich ihren Verwand-ten wieder eine Bürde aufzuladen. Lucy hatte daher nunkeine Wahl übrig, wofern sie nicht den ehrenwerthen Mac-Morlan's weiter zur Last fallen wollte, welche viel zu frei-gebig waren, um reich sein zu können. Jene übrige Sipp-schaft, die anfangs um die Gunst ihrer Gesellschaft wetteiferte,hatte sich neuerdings, theils stillschweigend, theils mit Acuße-rungen des Unwillens, daß sie Mac-Morlan'S Einladung derihrigen vorgezogen, gänzlich von ihr entfernt.
Das Schicksal des Dominie Simson würde beklagenswerthgewesen sein, hätte cs von einem andern als Mannering ab-gehangen, welcher ein Bewunderer der Originalität war; eineTrennung von Lucy Bertram hätte ihm gewiß das Herz ge-