189
thigt, mit ihren Machinationen sortzufahren, zu denen sie an-fangs aus bloßem Muthwillen ihre Zuflucht genommen hatte.
Zum Glück besaß der junge Mann, den sie so unvorsichtigin ihre vertraute Gesellschaft gezogen und ermuntert hatte,Neigung zu ihrer Tochter zu fassen, einen Fond von Grund-sätzen und edlem Stolz, welcher ihn zu einem sicherer» Ver-trauten machte, als Mrs. Mannering hoffen oder erwartendurfte. Nur seine unbekannte Herkunft konnte ihm zum Vor-wurf gemacht werden; in jeder andern Hinsicht„Ward er mit edeln Gaben doch geboren,
Für Tugend und für hohen Nuhm erkoren;
Schon früh ward ihm vorausgesagt von MenDie stolze Laufbahn, die er werde wallen."
Aber es ließ sich nicht erwarten, daß er der Lockung wi-derstehen werde, die ihm Mrs- Mannerings Unklugheit in denWeg warf, ohne daß er nicht Neigung zu einer jungen Damefassen sollte, deren Schönheit und Charakter seine Leidenschaftselbst an andern Orten gerechtfertigt haben würde, wo mandiesen Eigenschaften häufiger begegnet, als in einer entlegenenFestung der indischen Colonien. Die Scenen, welche folgten,sind in ManneringS Briefe an Mr. Mervpn beschrieben wor-den, und cs hieße die Geduld unserer Leser mißbrauchen,wenn wir uns auf eine noch weitläufigere Schilderung cin-lassen wollten.
Wir fahren daher mit den versprochenen Auszügen ausMiß Mannerings Briefen an ihre Freundin fort.
Sechstem Auszug.
Ich habe ihn wieder gesehn, Matilde — zweimal gesehn.Ich habe alle Gründe erschöpft, um ihn zu überzeugen, daßdiese geheime Unterhaltung für uns beide gefahrvoll sei —ich drang sogar in ihn, sein Glück zu suchen, ohne weiter auf