Du wirst die Geschichte oft erwähnen hören, und vielleicht mitfremdartigen, grundlosen Nebenumständen. Ich will cS daheraussprechen; und sodann soll das Ereigniß selbst, so wie dieschwermüthigen Empfindungen, die es mir erweckt, nie wiederGegenstand unserer Gespräche sein.
„Sophia, wie du wohl weißt, folgte mir nach Indien. Siewar eben so schuldlosen als heitern Sinnes; aber, zum Unglückfür uns beide, auch eben so heiter als schuldlos. Meine eignenManieren, die ich unter nun verlassenen Studien und einem ein-samen Leben angenommen hatte, stimmten nicht recht mit meinerStellung als Befehlshaber eines Regiments in einem Lande über-ein, wo allgemeine Gastfreundschaft von jedem Ansiedler, der An-spruch auf den Titel eines Mannes von Stande macht, gewährtund erwartet wird. In einem Augenblicke besonderer Verlegen-heit, (du weißt, wie schwer es uns zuweilen fiel, weiße Gesich-ter zu erhalten, um unsere Schlachtlinicn zu ordnen,) trat einjunger Mann, Namens Brown, als Freiwilliger zu unserm Re-giment, und da ihm der Soldatenstand mehr als seine frühereBeschäftigung, der Handel, zusagte, so blieb er als Kadet bei uns.Ich will meinem unglücklichen Opfer Gerechtigkeit widerfahrenlassen. Er betrug sich bei jeder Gelegenheit so brav, daß ihm schonim Voraus die erste offene Offizicrstellc zugedacht wurde. Eine ent-fernte Expedition hielt mich einige Wochen abwesend; als ich zu-rückkam, fand ich diesen jungen Menschen ganz als Freund desHauses und als gewöhnlichen Begleiter meiner Frau und Tochter.Diese Einrichtung mißfiel mir in mancher Hinsicht, obwohl sich ge-gen seinen Charakter und sein Betragen nichts cinwenden ließ.Doch würde ich mich mit seiner Vertraulichkeit in meiner Familieleicht versöhnt haben, wären die Einflüsterungen eines Andernnicht gewesen ! Wenn du (ich wage das Buch nie zu öffnen) dasSchauspiel Othello lesen wirst, so hast du einen Begriff von dem,