13S
Sie liebten mich so sehr, daß sie fast über mich in Streit geriethen-Mein Oheim, der Bischof, wünschte mich im geistlichen Standezu sehn und verhieß mir eine Pfründe — mein Oheim der Kauf-mann wollte mich in einem Comptoir sehen und schlug mir vor,mich bei dem Hause Mannering und Marshall, Lombardstreet, zubetheiligen — so, zwischen diesen zwei Stühlen, oder vielmehrzwischen den beiden weichen, behaglichen, wohlgepolsterten Sitzender Gottesgelahrtheit und des Handels, schlüpfte meine unglück-liche Person hindurch und setzte sich auf einen Dragoncrsattel.Nun wünschte mich der Bischof wieder mit der Nichte und Erbindes Dekans von Lincoln zu verheirathen; und mein Oheim, derAldcrmann, schlug mir die einzige Tochter des alten Sloethorn,des großen Weinhändlcrs, vor, der reich genug war, um mitGoldstücken Anschlägen zu spielen und Haarwickel aus Bank-noten zu machen — und ich zog auch jetzt meinen Hals aus bei-den Schlingen und heirathete — die arme Sophie Wellwood.
„Du wirst sagen, meine militärische Laufbahn in Indien,als ich meinem Regimente dorthin folgte, müßte mir doch einigeZufriedenheit gegeben haben; und so ist es allerdings. Du wirstdich auch erinnern, daß ich, als ich die Hoffnungen meiner Vor-münder täuschte, mir keineswegs ihr Mißfallen zuzog — daßmir der Bischof bei seinem Tode seinen Segen, seine hand-schriftlichen Predigten und ein merkwürdiges Portefeuille, ent-haltend die Bildnisse aller berühmten Gottesgelahrten der eng-lischen Kirche, hinterließ; und daß mein Oheim Sir Paul Man-nering mich zum einzigen Erben seines großen Vermögens cin-setzte- Doch daran lag mir wenig. Ich sagte dir, daß ich etwasauf dem Herzen hätte, was ich wohl mit mir ins Grab neh-men würde, etwas, das mir mein Leben beständig verbitterte.Ich will dir die Sache genauer mitlheilen, als ich es im Standewar, da ich mich unter deinem gastfreundlichen Dache befand.