125
und interessant, und sein Wesen hatte etwas Militärisches. SeinAuftreten und seine Reden bekundeten in jeder Hinsicht denGentleman. Lange Gewohnheit hatte der Mrs. Mac-Cand-lish einen feinen Takt gegeben, um den Stand ihrer Gäste zuerrathen und ihren Empfang darnach einzurichten: —
Gebührend redet jede» Gast sie i>n,
Nach Würden wird ein jeglicher empfnh'n,
Voll Achtung, freundlich, höflich, fein und sacht,
„Euer Gnaden Dienerin; — Meister Schmied, gut Nacht!"
Bei gegenwärtiger Gelegenheit war sie äußerst höflich,und verschwenderisch mit Entschuldigungen- Der Fremde bat,man möge sein Pferd gehörig versorgen — sie ging selbst hin-aus, um den Hausknecht zu schelten.
„Nie war noch ein hübscher Stück Pferdefleisch in unsermStalle" — sagte der Mensch, und diese Nachricht steigerte derWirthin Respekt vor dem Reiter. Als sie-bei ihrer Rückkehrfand, daß es der Fremde ablehnte in ein anderes Zimmer zugehen, (welches allerdings, wie sie zugab, nur kalt und rau-chig sein würde, so lange das Feuer noch nicht hell brenne,)so hieß sie den Gast freundlich neben dem Feuer Platz nehmenund bot ihm an Erfrischungen dar, was ihr Haus vermochte-
„Eine Tasse Thee, Madam, wenn Ihr so gut sein wollt."
Mrs. Mac-Candlish fuhr geschäftig hin und her, verstärkteihren Theekessel mit frischem Heisan, und fuhr fort, ihre Amts-pflichten höchst anmuthig zu erfüllen. „Wir haben ein rechtnettes Zimmer, Sir, ganz angenehm eingerichtet für Standes-personcn; aber für diese Nacht ist es bereits einem Gentlemanund seiner Tochter versprochen, die im Begriff sind, diesen Theildes Landes zu verlassen — eine meiner Kutschen ist fort nachihnen, und muß gleich zurück kommen — cs geht ihnen nichtganz so wohl in der Welt, wie früher; aber es geht mit uns