Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

Boote wurden bemannt, um den Strand zu durchforschen, dersich, an der andern Seite der Landspitze, in hohen und zacki-gen Klippen erhob. Man hegte eine unbestimmte Besorgniß,die jedoch zu schrecklich war, um ausgesprochen zu werden, daßnämlich das Kind von einer dieser Klippen gestürzt sein könnte.

Der Tag begann sich zu neigen, als die Suchenden dasGehölz betraten und sich auf verschiedenen Wegen zerstreuten,um nach dem Knaben und seinem Begleiter zu forschen- Derdunkelnde Himmel und der rauhe Hauch des Novemberwinds,der durch die kahlen Bäume strich, das Rascheln des welkenLaubes, welches den Boden bedeckte, der wiederholte Zurufder verschiedenen Betheiligten, der oft ertönte und die Zer-streuten zusammenfuhrte, in der Erwartung, den gesuchtenGegenstand zu finden, dies Alles verlieh der Scene eineschauerliche Erhabenheit.

Endlich, nach einer genauen und fruchtlosen Durchforschungdes Holzes, vereinigten sich sämmtliche Suchende, um ihre Be-merkungen mit einander zu vergleichen Die Angst des Vaterswuchs und konnte sich nicht mehr verbergen, aber kaum kamsie der Bangigkeit des Lehrers gleich.Wollte Gott, ich ,wärefür ihn gestorben!" wiederholte der gute Mensch in Sönender tiefsten Trauer. Die weniger bei der Sache Jnteressirtenerschöpften sich in tumultuarischem Streite über all die mög-lichen Fälle. Jeder gab seine Meinung zum Besten, und je-der ward alsbald durch die Muthmaßung eines andern wi-derlegt. Einige meinten, die Gegenstände ihres Forschens wä-ren an Bord der Schaluppe gegangen; einige glaubten, siewären nach einem anderthalb Stunden entfernten Dorfe ge-gangen; noch andre flüsterten, sie könnten am Bord desSchmugglerschiffs gewesen sein, von welchem die Fluth jetzteinige Balken und Planken an den Strand trieb.