55
ner umgebenden Schutzmauer -ervorragten, durch welche sieverbunden waren und so den Eingang beschützten, der sich inForm eines erhabenen Bogens inmitten der Mauer befand undnach dem innern Schloßhof führte. Die in Stein gehauenenFamilienwappen prangten düster über dem Thorweg, und dasPortal zeigte noch die vom Bauherrn angebrachten Fugen,um das Fallgatter nieder, und die Zugbrücke emporziehen zukönnen. Ein plumpes Thor, aus jungen Baumstämmen zusam-mengenagelt, schützte jetzt allein noch diesen einst furchtbarenEingang. Die Esplanade vor der Fronte des Schlosses be-herrschte eine herrliche Aussicht.
Die traurige Scene der Zerstörung, durch welche am vori-gen Abend Mannering's Weg gegangen war, ward hier durchHöhen dem Blicke entzogen, und die Landschaft zeigte einenanmuthigen Wechsel von Hügel und Thal, durchschnitten voneinem Flusse, welcher an manchen Punkten sichtbar, an andernaber, wo er zwischen tiefen und waldigen Ufern hinwallte, ver-borgen war. Die Spitze eines KirchthurmS und der Anblickeiniger Häuser zeigten, daß an der Stelle wo sich der Stromin's Meer ergoß, ein Dörfchen lag. Die Thäler schienen gutangebaut zu sein und waren überall mit kleinen Zäunen um-friedigt, worin sich die abgethcilten Felder am Abhange derHügel hinlagerten; zuweilen liefen auch wohl, wie in schlängeln-den Linien geführt, zwischen Hecken kleine Pfade nach denHöhen. Ueber diesen lagen wieder grüne Weideplätze, diehauptsächlich mit ganzen Heerdcn von Hornvieh, was damalsden Hauptreichthum dieses Landes ausmachte, angefüllt waren,deren entferntes Gebrüll die Landschaft auf nicht unangenehmeWeise belebte. Je entlegner die Hügel waren, um so düstererwar ihr Charakter, in noch weiterer Ferne erhoben sie sich zublauen Bergen mit Heidekraut bedeckt, die wie eine dem Hori-