zont vorgezogne Decke der angebautcn Landschaft eine scharfabgemessene Gränze anwiesen, und zu gleicher Zeit die ange-nehme Vorstellung einer gänzlichen Abgeschiedenheit von derWelt in der Seele des Reisenden, der sich in dies einsameThal verirrte, erwecken mußten. Die Seelüfte, welche Man-nering nun in ihrem ganzen Umfang erblickte, war an Manch-faltigkeit und Schönheit dem Binnenlande völlig gleich. Anmanchen Stellen erhob sich dieselbe mit steilen Felsen, die häu-fig mit den Ruinen alter Gebäude, Thürme oder Warten ge-krönt waren, welche der Tradition nach einander entgegengestelltwaren, damit sie einander bei Einfällen oder bürgerlichen Krie-gen die Signale zu genieinsamem Schutz und Trutz mittheilenkonnten. Das Schloß Ellangowan war bei weitem die aus-gedehnteste und wichtigste unter diesen Ruinen, und bestätigtedurch Größe und Lage das Uebergcwicht, welches ihre Burg-herren unter den Häuptern und Edeln der Nachbarschaft, wiedie Sage ging, einst besessen hatten; an andern Orten beschriebdas von kleinen Buchten durchschnittene Ufer angenehmere Grup-pen, besonders wo sich das Land allmälig absenkte oder mitwaldbedecktcn Vorgebirgen in die See hinaus erstreckte.
Ein so völlig verschiedenes Schauspiel von dem, was dieEindrücke der letzten Nachtrcise Guy Mannering hatte erwar-ten lassen, hatte auch entsprechende Wirkung auf sein Gemüth.Unter sich sah er das neue Haus; ein nach den Regeln derBaukunst allerdings ungeschicktes Gebäude, aber schön gelegenund mit sonnigen, freundlichen Umgebungen begränzt. — „Wieglücklich," dachte der Reisende, „möchte das Leben eines Man-nes in solcher Abgeschiedenheit dahin fließen! Zur einen Seitedie erhabenen Trümmer vergangener Menschengrößc, mit demheimlichen Bewußtsein des Familienstolzes, den sic einflößen;auf der andern Geschmack und Bequemlichkeit genug, um jeden