merkte, gleich andern Philosophen, daß die Welt täglich schlech-ter werde; und, gleich andern Eltern, daß die Jungen nichtfolgten und die Vorschriften der alten Zigeunerin vernachläs-sigten, welche ihnen bei ihren Freibeutereien Respekt vor demEigenthum ihrer Wohlthäter anempfahl. Das Ende von demAllen war, daß sie forschte, ob der Pachter Geld bei sich habe;und ferner, daß sie bat oder befahl, er solle sie zu seinemSchatzmeister machen, da die Jungen, so nannte sie ihre Söhne,bald nach Hause kommen würden. Der arme Pachter machteaus der Noth eine Tugend, erzählte seine Geschichte und über-gab sein Geld der Obhut Jean'ö. Sie hieß ihn wenige Schil-linge in seine Tasche stecken, indem sie bemerkte, es werdeVerdacht erwecken, wenn man fände, daß er ganz geldlos reiste.
„Nachdem diese Einrichtung getroffen war, legte sich derPachter auf eine aus Stroh und Kleidern bereitete Streuenieder, ohne jedoch, wie sich leicht denken läßt, einzuschlafen.
„Um Mitternacht kehrte die Bande nach Hause, mit verschie-denen gestohlenen Gegenständen versehen, und schwatzte überihre Verrichtungen in einer Sprache, die den Pachter zitternmachte. Bald wurde» sie gewahr, daß sie einen Gast hatten,und verlangten von Jean zu wissen, wie sie dazu gekommen sei.
„'s ist ja der gute Pachter von Lochside, der arme Mann,"erwiderte Jean; „er ist zu Newcastle gewesen, um Geld zusuchen, weil er seine Zinsen bezahlen wollte, der wackre Mann;aber nichts hat er bekommen können, und nun geht er nachHause mit leerem Beutel und schwerem Herzen."
„Kann wohl sein, Jean," sagte einer der DiebSgcsellcn,„aber wir wyllen doch seine Taschen ein Bißchen anfühlcn, um zusehen, ob seine Geschichte wahr oder erlogen ist." Jean eiferte undtobte nach Kräften gegen diesen Bruch der Gastfreundschaft, abersie vermochte damit den gefaßten Beschluß nicht zu ändern. Der