Der Verfasser des Waverley war der Meinung, daß sich eineinteressante und vielleicht nicht unerbauliche Geschichte aus den Le-bensereignissen einer Person bilden lassen möchte, deren Geschickvorher bestimmt war und derenBestrebungcn zu gutem und tugend-haftemWandcl immer durch dieDazwischcnkunft eines übelwollen-denWesens vereitelt wurden, bis es zuletzt siegreich aus dem furcht-baren Kampfe hervorging. Kurz, es ward ein Plan ersonnen, ähn-lich dem jener sinnreichen Geschichte „Sinlram und seine Gefähr-ten" vom Baron de la Motte Fouquö, obwohl diese, wofern siedamals schon epistirte,demVersaffer nicht zuGesicht gekommen war-
Der vorläufige Plan des Ganzen läßt sich in den drei odervier ersten Kapiteln des Werkes erkennen; weitere Ueberlegungveranlaßte jedoch den Verfasser die ursprüngliche Absicht beiSeite zu setzen. Er erkannte bei reiferer Ueberlegung, daß dieAstrologie, obwohl ihr Einfluß einst selbst von Baco anerkanntwurde, doch jetzt nicht mehr genügenden Glauben in den Ge-müthern findet, als daß sie die Hauptgrundlage eines NomaneSbilden könnte. Uebcrdies kam in Betracht, daß, um einemsolchen Gegenstände Genüge zu thun, nicht nur mehr Talenterforderlich wäre, als der Verfasser zu besitzen glaubte, sonderndaß auch Doctrincn und Discussionen eingeflochten werden müß-ten, die für seine Absicht und für den Charakter der Erzählungzu ernster Natur gewesen wären. Indem er nun seinen Plan än-derte, was während des Druckes geschah, behielten die AnfangS-bogen Spuren vom ursprünglichen Charakter der Geschichte, wel-cher sie nun freilich als eine nicht nothwendigc und unnatürlicheZugabe angehängt find. Die Ursache dieser Spuren, wenn siedem Leser aufstcßen, ist sonach nun erläutert und entschuldigt.
Es verdient hier bemerkt zu werden, daß die astrologischenDoctrincn, während sie der allgemeinen Verachtung anheimfielenund durch verschiedenartigen Aberglauben von gröberm und un-