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Die Jahre der Kindheit und des Knabenalters vergingen aufeine Weise, wie es der Vater nur wünschen konnte. Ein jun-ger Nazarener hätte nicht strenger erzogen werden können.Alles Ueble hielt man aus seinem Gesichtskreise fern — erhörte allein reine Worte, er sah allein würdige Handlungen-
Als der Knabe jedoch zum Jüngling zu reifen begann, warddem aufmerksamen Vater Ursache, sich zu beunruhigen. Schattenvon Schwermut-, die allmälig immer dunkler wurden, began-nen des jungen Menschen Gemüth zu umhüllen- Thränen, diescheinbar unwillkürlich stoffen, unterbrochener Schlaf, Wande-rungen beim Mondschein, und eine Melancholie, wofür sich keinGrund angeben ließ, schien mit einemmal seine körperliche Ge-sundheit und die Festigkeit seines Gemüths zu bedrohen. DerAstrolog ward brieflich zuRathe gezogen und sandte die Antwortzurück, dieser krampfhafte Gemüthszustand sei nur der Anfangseiner Prüfung, und der arme Jüngling werde sich mehr undmehr harten Kämpfen mit dem Uebel, das ihn angreife, unterzie-hen müssen. Er gab keine Hoffnung, dem entgegenzuwirken,außer insofern er Beharrlichkeit im Studium der heiligen Schriftzeige. „Er leidet," fuhr der Brief jenes Weisen fort, „weiljene Harpyen nun erwachen, die Leidenschaften, die, wie beiandern, in ihm schlummerten, bis zu der Lebensperiode, welcheer nun erreicht hat. Besser, weit besser, daß sie ihn so ver-geblich martern, als wenn er es bereuen müßte, sie durchverbrecherische Schwachheit gesättigt zu haben."
Die geistige Beschaffenheit des jungen Mannes war so vortreff-lich, daß er durch Vernunft und Religion die düstern Anfälle, diezuweilen sein Gemüth befielen, glücklich bekämpfte, und erst beimBeginn seines ein und zwanzigsten Jahres nahmen dieselben einenCharakter an, welcher seinen Vater vor den Folgen zittern ließ.Es schien, als wolle die düsterste und abschreckendste der geistigen