Druckschrift 
15 (1853)
Entstehung
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337
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9. Eine persische Erzählung.

( 1828 .)

Ein Schach von Persien im hohen Alterthum,

Sprach einst zum weisen Zcrtig-Schum,

Dem Weisesten am Hofe nnd im Staate:

Freund, hilf mir heut mit gutem Rathe!

Sieh', Schuldner blieb ich, viele Jahre schonDem Würdigsten im weiten Perscrlande.

Mich drückt des Undanks Last und Schande.

Was ist des menschlichen Verdienstes höchster Lohn?"

Der Weis' cntgcgnete:So fragen Fürsten selten!

Wer ist's, den selbst ein Schach nicht zu belohnen weiß?Auf Erden findet Alles seinen Preis;

Nur Göttern kann man nicht vergelten."

Der Mann", erwicderte der Schach,

Der Mann, o Zertig-Schum, von dem ich sprach,

Geht ohne Glanz umher, begehret keiner Ehren;

Trägt oft nur Hohn davon, statt Ruhm.

Vergnügt mit wcn'gem Eigcnthnm,

Sieht man ihn oft das Nöthige entbehren.

Nnd dennoch Hilst er, wie der reichste Mann,

Den Armen überall in ihren Hütten;

Hilst ihnen, wo kein Aud'rer kann,

Und gibt, eh' fie ihn darum bitte».

Wo Gold nichts mehr vermag, hilft er mit muth'ger ThatWo Gold und Muth nicht Hilst, da rettet noch sein Rath;Und Sündern gleich, die ihre Schmach verhehlen,

Hüllt seine Tugend er in tiefes Dunkel ein.

Zsch. N°v. XV.

IS