Bleibet still ln eurer Wehnstatt,
Störet nicht des Kindes WallfahrtZn der Asche seines Vaters!
Kennst dn sie noch, die schwarzen Doppelthnrme,
Hoch über St. Kathrinens KirchcnzinnenSich bäumend durch die Finstcrniß,
Wie sie, in grauenhafter Majestät,
Jahrhunderte vorüberstreichen sah'n,
Dahln gepflanzt von HändenLängst vermoderter Meister?
Wohl kenn' ich sie, die schwarzen Doppelthnrme,
Die hochgcwölbtcn TempelpfortenSt. Katharinens, mit dem Rade,
Dem Palmzweig' und Schwerte;
Auch sie, die stnrmzerbrochnen Fenster,
Durch welche dumpf der Nachtlust Seufzer tönt.Dem Ohre dünkt's,
Als snmsete von innen OrgelklangIn die Gesänge andachtsvoller Christen.
Es rauscht das: „Heilig, heilig ist der Herr!"Mich weht ein Schauer an,
Als würd' ich angcrnhrt von einem BotenDes Weltgerichts.
Ich lall' es betend mitDas „Heilig, heilig, heilig!"
Der anserwählten Geisterschaarcn.
Der Himmel öffnet sich! — Es bricht,
Wie Glanz dem Allcrheiligstcn entströmt,
Des Mondes Silberschein herab.
Es stehn in ihm, wie Leichen, kalt und sahlDenkmale armer Mcnschenknnst und Eitelkeit,Verwitternde Paläste.