Was hilft's, sich über das, was sein muß, zu betrüben?
Man nimmt vvrlicb, wie's kommt, und das heißt Weisheit üben.
Der hohle Magen freilich seufzt dazu sein Ach!
Der Geist ist willig zwar, allein das Fleisch ist schwach.Philosophci ist gut, wenn mau dabei nicht hungert,
An vollen Tafeln sitzt, auf weichen Sofa's lungert.
Wer aber, so wie ich, zwccn Tage ungespeis'tMit seinem Gaul allein durch Wald und Wüste rcis't,
Der gibt zuletzt denn doch die Weisheit der SokratenFür eine Flasche Wein und einen Nicrcnbraten.
Mein Gaul fand Gras . . . nur ich . . . Hält' ich die Welt gemacht,Ich hätte überall ein Wirthshaus angebracht.
O Narr du! Statt im Fürflenschloß zu bleibe»,
Dich in der weiten Welt getrost hcrumzutrciben;
Des Nachts kein warmes Bett, am Tag kein Stückchen Brod,Und so sechs Monden schon Mühseligkeit und Noth!
Warum das? — Weil der Herr daheim zuviel schlaraffte,
Und in ein Mädchen sich, das niemals war, vergaffte.
Das niemals war? Nun ja, du sahst's ja nur im Traum,Fährst nun wie toll umher, snchst's hinter jedem Baum,
Und wirst am Ende doch, und flögst du mit den Winden,
Was du im Traum geliebt, im Traum nur wiedcrfinden.
Gemach, Prinz Upsilon! Nichts übereilt! Gemach!
Besinne dich doch nur, was dir der Alte sprach,
Der in den Sternen liest, dem du dein Leiden klagtest,
Und um das Mädchen aus dem Wundcrtraum befragtest.
„Prinz!" sprach er, „ja, sie lebt, die du im Traum gesehn,„Die Sterne sagcn's mir aus jenen blauen Höh'u.
„Sie lebet, weit Von hier in unbekannter Ferne.
„Laurina heißt das Kind; so neunen sie die Sterne.
„Doch, wenn du wahrhaft liebst, mein Prinz, so sage mir: