„Wie liebest du? und was? Was liebest du an ihr?
„Die Herkunft? — O sie stammt vom niedrigsten Geschlcchtc.„Den Reichthnm? — Guter Prinz, die Aermste deiner Mägde„Ist reicher noch. — Die Schönheit? Weit gefehlt, sehr weit!„Lanrina ist das Urbild aller Häßlichkeit.
„Was liebst du? Wenigstens die Anmuth noch der Jugend?„Umsonst; Laurin' hat keinen andern Schmuck, als Tugend.
„Nur wer Lanrincn ganz nm Ihrer willen liebt;
„Ihr Herz allein, und nichts, als was das Herz ihm giebt;„Wen nicht Geburt und Geld und Schönheit bloß entzücken,„Nur den, Prinz Upstlon, wird ihre Hand beglücken!
„Geh, Prinz! — Dn bist dereinst, wohin dein Stern dich ruft,„Fliegt dieser Helm einmal von selbst dir durch die Lust."
So sprach mir der Prophet. Was ließ sich dazu sagen?
Ich liebte — liebte heiß. Wer liebt, will etwas wagen.
Der Alte gab mir nun den zentnerschweren Helm.
Der sitzt wie Blei. Ich war ein Narr — der Alt' ein Schelm.
(Der Helm fliegt ihm vom Kopf durch die Luft davon.)
Oha! — Was? — War das Spaß? Ich glaube sonder Zweifel,In diesem Neste spukt, Gott sei bei uns, der Teuscl.
(Er betastet sich den Kopf.)
Fort ist er! — Richtig! — Wie? So war' ich denn am Ziel?Lanrina lebte hier? Ist das ein Tranmcsspiel?
Nein, nein! Der Helm ist federleicht dem Kopf entflogen,
Lanrina ist mir nah. Der Alt' hat nicht gelogen.
(Sicht verwundert nach allen Seiten.)
Wie wird mir? Ha, in dieser Wildniß voller Granu,
In dieser Hütte wohnt die Göttlichste der Frau'n?
Blüht's Veilchen auch doch nicht am hohen Ccderstamme,
Die edle Perle wächst im tiefsten Mecrcsschlamme.
Lanrina! Du . . dn hier! — Ist das der Tugend Lohn?