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jst es in der Thal schwer, den gerechten lZorn zurückzu-haltcn. Auch würde ich ihn nicht zurückhalten (denn wennder Wahn zur Verfolgung aufforderk, verdient er keineSchonung mehr) wenn ich nicht wüßte, daß, wer heutenoch die Maximen der Inquisition empfiehlt, sich selbstsein Urtheil spreche und wenigstens in Deutschland nicht be-wirken könne, daß das von dem Wahne finsircrJahrhun-derte und von dem Hochmuthe herrschender Priester erson-nene Verbrechen der Häresie wieder eingeschrieben werdein die Gesetzbücher des neunzehnten IahrhunderteS.
leider ist Ihr leben (Sie hätten verdient, denglücklichen Jahrhunderten anzugehören, wo noch denKetzern ihr Recht in der Folterkammer und auf dem Schei-terhaufen angethan ward), leider ist Ihr leben in die trau-rigen Zeiten gefallen, wo man gar nichts mehr von demVerbrechen der Häresie wissen will, und der verderblicheGrundsatz, daß der Staat nicht nur alle, seine Zweckenicht störende, ReligionSgesellschafcen dulden, sondernauch den Mitgliedern aller den Genuß gleicher Rechtegewähren solle, in das leben hcreingetreten und sogar einGrundgesetz des Deutschen Staatenbundeö geworden ist.Indessen trösten Sie Sich hierüber mit der doppeltenHoffnung, thcils daß es, wenn die Protestanten vondem Glaubenösymbole, auf welches Ihre Ausnahmebedungen worden sey, abweichen würden, auch mitihrer staatsrechtlichen Existenz ein Ende haben müsse,(S. 110.), theils daß es Ihrer Beredtsamkcit undKlugheit gelingen werde, die Verirreten nächstens in denSchooß der allein seligmachenden Kirche zurückzuführen.Es thut mir leid, diese schönen Hoffnungen stören zumüssen.
Denn, was das Erste betrifft, so ist von einer Be-