Jahrhunderte führetcn. Wehl sind die Dogmen, wes.che im zwölften Jahrhunderte galten, größtentheilsgeltend geblieben, obgleich auch der Lehrbegriff ei-nige Veränderungen erfahren hat; denn seit die- ^ser Zeit erst sind die Lehren von den sieben Sac.ramenten, von der Brodvenvandlung, von dereornrnriirio srrk rma, Dogmen geworden. DasDogma aber ist noch nicht der Glaube einer Kirche. !Ihr Glaube ist, was geglaubt und gelehrt wird, wasals Ueberzeugung, Meinung und Gesinnung in denGemüthern ihrer Mitglieder lebt und wirkt. Andersglaubten die katholischen Christen im zwölften Jahr-hunderte, anders glauben die katholischen Christen im !neunzehnten Säculum: anders lehretcn damals dieLehrer, anders lehren sie heute. Darum bleibt es da-her): „Die Macht der alles verändernden Zeit u»d r
der auch im Feffelzwange freyen Geister war stärkerals das Princip der Ilnveränderlichkeit und Einheit;auch die katholische Kirche ist verändert worden imGlauben, in der Verfassung und im Ritus; kein Ken-ner der Geschichte wird behaupten wollen, daß dieRömisch-katholische Kirche des neunzehnten Jahrhun-dertes eben die sey, welche sie im zwölften Säculumwar." Auch wäre es mehr als ein Mirakel, wenn esnicht so gekommen wäre. Unsichtbar und unberühr-bar müßte sich die katholische Kirche gemacht, taub ^und blind müßte sie in der Welt gestanden haben, fwenn sie die Wirkung des im fünfzehnten Jahrhun- -derte aufgegangcnen Lichtes, der die Geister bewe- ,genden Reformation des sechszehnten und der wis-senschaftlichen Bildung des achtzehnten Jahrhun. 'dertes nicht gefühlt, und nichts von allem in sich auf«