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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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durch ihre wahrend der letzten fünfzig Jahre zue Be-schränkung der Hierarchie genommenen Maaßregelndeutlich genug verrathen, daß sie ihnen nicht mehr sey,was sie vormals gewesen ist? Seit dem Tridentini-schen Concilium ist keine allgemeine Kicchenversamm-lung gehalten worden, welche den Glauben, daß dergöttliche Geist durch die versammelten Stellvertreter derKirche zu der Christenheit rede, hätte beleben können,und die Richtung, welche die allgemeine Denkart desneuen Europa nahm, war den Grundsätzen, auf wei-chen die Hierarchie ruhet, nicht günstig. Sie bestehetnoch, aber in der That nur als eine aus dem Mittel-alter stammende, alternde Ruine, nicht als ein frischerund lebendiger, im Boden der Zeit gewurzclter Baum.Sie bestehet noch, aber sie wirkt nicht mehr, die Zeithat ihr die Kraft genommen; und selbst die, welchesie halten wollen, sind doch nicht geneigt, mit demGehorsame der vorigen Jahrhunderte ihrem Sprucheund Gesetze sich zu fügen. Nur andere soll sie bin-den, sie selbst wollen frey bleiben von ihren Fesseln.So lange nur war sie eine wirksame Anstalt, als sieauf den Glauben der Welt sich stützte, und mit denVölkern auch die Fürsten ihrem Gesetze sich unterwarfenund die Kronen vor der Tiare sich neigten.

Hat aber die Hierarchie die Macht verloren, welchesie vormals über die Welt übte, so wird auch von ihrdas von einigen Politikern der neuesten Zeit gepriesenetheokratische oder theologische Princip des Staatörech-leS nicht gehalten werden können, wie eö denn auchnicht von ihr gehalten worden ist; denn in den katho-lischen Ländern hak man sich eben so weit als in denprotestantischen von ihm 'entfernt. Auch soll es gar