Druckschrift 
Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Gefahren bringen und meist von Bürgerkriegen, denblutigsten und schrecklichsten aller Kriege, begleitet wer-den, die Aufgabe der Politik ist? War-die Reforma-tion eine gewaltsame Veränderung bestehender Staats-verfassungen, durch die mit ihren Regierungen ent-zweieten Völker oder durch mächtig gewordene Dema-gogen erzwungen?

Schon daraus muß jedermann einleuchten, daßsie mit den Revolutionen unserer Tage nicht verglichenwerden könne, daß es bey ihr auf die Veränderungeiner Staatsverfassung, ans die Umgestaltung des Ver-hältnisses einer Regierung zu dem Volke gar nicht ab-gesehen war. Weder Luther noch Zwingli dachten daran,irgend etwas in den bürgerlichen Verhältnissen ändernzu wollen, und beide standen in dem besten Verneh-men mit der Regierung ihres Landes. Alles, was siewollten und bezweckten, war die freye Predigt des, gött-lichen Wortes und die Abstellung der im Kirchenwe-sen entstandenen Mißbräuche, und wenn hier und dadie kirchlichen Veränderungen aus die bürgerlichen Ver-hältnisse einwirkten, so war dieses nur eine Folge, abernicht der Zweck ihres Unternehmens. Welche politi-sche Plane haben denn die Reformatoren verfolgt?Wo und wenn sind sie denn der Regierung ihres Lan-des entgegengekreten und haben ihr den Gehorsam ver-weigert? . Welche Fürsten haben sie denn vertrieben,^o e? durch sie das Verhältnis; der Regierung zu demVolt^ v-,-ändert worden? Das erste Merkmal derev0iUtion,^r Umsturz eines Staates oder doch dieAländcrung jel.^. Verfassung und Regierung wirdnicht an ihr gefunden.