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vielmehr ist sie nicht diese Lehre selbst von dem Staateauf die Kirche angewendet? Und müssen nicht die,welchen wiederhohlt gesagt wird, daß sie selbst zu prü-fen befugt und nur das zu glauben verbunden scyen,was sie selbst als im göttlichen Worte gegründet er-kannt hätten, geneigt werden, auch nach dem Grnndeder bürgerlichen Gesetze zu fragen und der Obrigkeitden unbedingten Gehorsam zu verweigern? Ueberdementbehret der Protestantismus die Mittel, durch welcheder Mensch am leichtesten zum unbedingten Gehorsamegewöhnt und die öffentliche Meinung am sichersten ge-zügelt wird; denn er hat kein Pricsterrhum, keine Hie-rarchie und keine Glaubensgerichte. Woher soll derunbedingte Gehorsam gegen die Gesetze des Staateskommen, wenn kein unbedingter Gehorsam gegen dieGebote der Kirche gefordert wird? Wie kaim ohneGlaubensgerichte die öffentliche Meinung also gezü-gelt werden, daß sie weder die Einheit des Glaubensstöret noch das im Staate Geltende gefährdet? Allerdieser wirksamen Mittel entbehret der Protestantis-mus, und hat an allen Orten, wo er gilt, einen sol-chen Widerwillen gegen dieselben hervorgebracht, daßman in protestantischen Ländern das Wort Inquisitionkaum nennen darf, und ein solches Verlangen nachLehrfreyheit, daß der Professor an einer protestantischenUniversität über Eigenmacht und Gewissenszwangschrcycn würde, wenn ihm die Vorgesetzte Behörde,was er lehren und nicht lehren solle, vorschreiben unddie Einreichung seiner Hefte fordern wollte. Freyheits-sinn gehet von dem Protestantismus aus, und allerFreyheicssinn ist revolutionär, weil alles Bestehendebeschränket und alles Geltende bindet.