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Köpfe der Oberherrschaft bemächtigen : was würden wir wohl von dem Böi-ger denken , der dazu ganz gleichgültig zusähe; und seinem Herrn keinen Vor-zug der Hochschätzung , der Ehrerbietung , des Gehorsams vor den Empörerneinräumete ? Das Gleichniss ist treffend ; denn alle manchfaltigen Religionenauf dem Erdboden , sie mögen sich, wie immer nennen , bis auf eine einzige,weilö zwischen den Widersprüchen nur eine Wahrheit giebt, sind in der Tbari unrechtmäßige Besitzerinnen, vsrabscheuenswürdige Tyranninnen, welche mit! ungerechter Gewalt, die Herrschaft über die Menschenherzen an sich zi hen.Der Himmel verhüte es : daß wir sie gleichgültig ansehen, und damit die rech'»mäßige Königinn verrathen sollten!
Ueber das solltens die Herrn ja wob! bedenken: daß sie wirklich etwas un-mögliches begehren. Die Gleichgültigkeit findet nur Platz, wo es um Dingezu thun ist , die an sich geringschätzig sind; und uns wenig , oder gar nichtsinteressirem Großewichtige, und mit unseren wahren Vortheilen eng ver-bundene Gegenstände heben alsbald das Gleichgewicht auf; und das Herz —es wolle, oder es wolle nicht — empfindet den Stoss , welcher es m die Be-wegung letzet. Nun aber, was mrerejstrer uns mehr, als die Religion, wo,l von das ewige Wohlseyn unseres krstbaresten Theiles, der unsterblichen Seele' abhängt? Und rst dieses vieieicht eine Wirkung! einer jeden , wie immer beschaf-> fcnen Religion? O ! irren wir nicht. So wenig kanns die falsche bewirken rso wenig aus den sich widersprechenden , mehr als eine wahr seyn können. Dar-aus folget der Schluß : Wir müssen entweder alle Religionen für wahr, oderalle für falsch halten ; wenn wir gegen alle wollen gleichgültig seyn. Beydesfällt uns eben - so unmöglich, als den hellen Tag unter die finstre Nächte zuzählen.
Kann sich diese Gleichgültigkeit in das Herz nicht eindringen : wie soll siesich hernach in den Worten , und Handlungen zeigen ? Wird man uns etwan! auch die edelste der gesellschaftlichen Tugenden , die Aufrichtigkeit zum Lasteranrechnen ' Welche niederträchtige und hassenswördige Heuchelei), in der wich-tigsten Sache wider sein Gefühl zu reden , und zu handeln ! Es sollte uns Leid'seyn; woferne wir einer so gottlosen Verstellung , nur fähig g halten würden.
! Nein l wir werden nie anders reden : als denken ; nie anders handeln : als sül),
l len ; und folglich wermen wir nie, eine kaltsinnige Gleichgültigkeit gegen eileReligionen öffentlich bezeigen; K) noch die groben Lästerungen, womit diese
V ? o vorgeb,
K) Diese Stelle wolle» jene wohl bedenken / die fs kalisinnig , so gleichgültig in der Re-ligion sind, mid es einem Religionsprediger übel nehmen, wenn er rechtmäßiger Weisefür die wahre Kirche Jesu Christi eiferet. Die Absicht des Herrn oanpser ist, seineliefer zu dieser Gleichgültigkeit zu bereden^