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Einleitung.
eine äußerliche Lösung; die neue Zeit giebt dem freien Bewußtseindas Recht, sich selbst zu richten und damit zu versöhnen; das Gesetzhat nur noch den Schein der unnahbaren Strenge. Als der Dra-chensieger, der wider das Gesetz das Vaterland gerettet, in der Er-kenntniß seiner Schuld sich der Strafe unterwirft, giebt der Meisterihm das Kreuz zurück, als „Lohn der Dcmuth, die sich selbst be-zwungen." — Der Prinz von Homburg verletzt in dem voreiligenGlauben an seine bessere Einsicht den Plan, der das Ganze derSchlacht leiten soll. Das Glück und seine Tapferkeit geben diesemllebcrmuth einen günstigen Ausgang; er schlägt die Feinde und stelltsich mit den erbeuteten Fahnen im stolzen Gefühl des gerettetenVaterlandes dem Fürsten dar. Als dieser ihm den Degen abfordcrt,ist sein erstes Gefühl Bitterkeit über die Pedanterie des Gesetzes,welches die freie Genialität unterdrückt: er versteht die Welt, er ver-steht sein eignes Gefühl nicht mehr. Er hat Unrecht, denn cS kommtnicht ans den einzelnen Erfolg an, sondern ans den Geist der Ord-nung und des Gesetzes, der die Ewigkeit des Staats sichern soll.Der Prinz, wie das ganze Heer, das ihn vergöttert, muß fühlen,daß es sich um etwas mehr handelt als um eine bloße Form: siemüssen das volle Gewicht und das volle Recht des Urtheils empfin-den und tief in sich anfnchmcn, ehe die Freisprechung erfolgen darf.Dann aber muß sie erfolgen, denn in dem echten Kriegcrstaat istdie Disciplin nicht bas Letzte. Das Heer ist sowenig eine lebloseMaschine wie ein zügelloser Haufe, und die freie Heldenthat hat ihrRecht, sobald sie ihre Schranken anerkennt. Der alte Kottwitz, derwohl Subordination versteht, weiß auch ihre Grenze scharf hervor-znheben: „die schlechte kurzsicht'ge Staatskunst, die, um eines Falls,da die Empfindung sich verderblich zeigt, zehn andere vergißt, da dieEmpfindung einzig retten kann!" „Gesetzt, um dieses unberufnenSiegs brächst du dem Prinzen jetzt den Stab, und ich, ich träfemorgen, gleichfalls unberufen, den Sieg wo irgend ...: bei Gott,