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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
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CVI
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Einleitung.

Gegenstück und gewissermaßen die Rechtfertigung der Herrmanns-Macht. Bei vielen der damaligen Barden war der Haß gegen dieFranzosen, gegen Napoleon nnd gegen die Revolution zugleich eineSchaam vor der eignen geistigen Bergangenheit, und ihr Deutsch-thum selbst enthielt viel Phrasenhaftes, Unklares und Ungesundes.Bei Kleist wurzelte beides tiefer; sein Franzosenhaß hatte keinen lite-rarischen Ursprung, sondern galt den wirklichen Unterdrückern, undseine Liebe zum Vaterland bezog sich nicht auf ein farbloses Ideal,das er sich erst ansdichten mußte, sondern ans den wirklich bestehen-den preußischen Kriegcrstaat, dem er mit Leib und Seele angehörte. -Da« Gefühl der Erniedrigung, in welche sein Königshaus und seineWaffengefährten verfallen waren, erfüllte ihn mit lebendigeren Bil-dern, als sie der Tngendbund oder die an Brutus nnd Cassius ge-schulte Burschenschaft geben konnte. Er suchte nicht erst, wie Klop-stock, ein deutsches Vaterland, allenfalls im Monde; er fand es inseinen Traditionen, mit einer bestimmten Physiognomie und einergreifbaren Gestalt. Das ganze Stück gewinnt durch die lebensvolleFärbung der heimischen Zustände einen Reiz, durch den es vielleichteinzig in unserer Literatur dasteht: selbst in Egmont und Tell istmehr unverarbeitetes Costüm. Mit frischem Athemzng weht uns derGeist eines wohlgeordneten Kriegerstaats entgegen, der in seinen Fah-nen ein höheres Symbol umschließt, als das Wohlbefinden der ge-genwärtigen Generation. In der Mitte der Fürst, der mit verstän-digem Ernst die Zügel in starken Händen hält, tim ihn die treuenKampfgenossen, die ihn verehren ohne seine Knechte zu sein; ein ge-genseitiges Vertrauen ohne Aufgeben der Selbständigkeit; auffahrendeHitze, wie es Kriegern natürlich ist, nnd doch strenge Loyalität: eswaren das für Preußen keine bloßen Traumbilder. Der Dichterverschmäht, wie immer, die Kleinkrämerei des Details; er giebt sichnie die unfruchtbare Mühe, sich an zufällige Aeußerlichkeitcn zu hal-ten, er redet ebensowenig im Jargon des siebzehnten Jahrhunderts