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Müller, der in Berlin zuerst mit Vorlesungen über Friedrich denGroßen begonnen, hatte sich jetzt, in der Anssicht ans eine „Restau-ration der Staatswisscnschaften auf theologischer Grundlage" mit derpreußischen Jnnkerpartei und deren Führer v.d. Marwitz verbün-det und bekämpfte die Reformen des StaatskauzlcrS auch in jenenBlättern; es war naiv genug, daß sich Kleist wegen amtlicher Un-terstützung derselben an eben diesen StaatSkanzler wandte. Da Mül-ler die Ansicht anssprach, die Unterstützung werde von Niemand alsFr. v. Raumer hintertricbcn, der in der Staatskanzlei arbeitete,schrieb Kleist an denselben einen heftigen Brief und forderte ihn znmZweikampf, that aber, als Raumer ihm das Unbegründete des Ver-dachts bewies, persönlich unter vielen Thränen Abbitte. Eine andereUnannehmlichkeit hatte er mit Jffland, dem er sein Käthchen zurAufführung cingcschickt. Jffland verzögerte seine Antwort und eswurde Kleist hintcrbracht, daß er sich sehr geringschätzig über dasSchauspiel ausgesprochen habe, worauf dieser einen äußerst grobenund beleidigenden Brief an ihn abgchn ließ. Daß der Thcatcr-dircctor diese Grobheit durch ein dcmüthigcS Schreiben crwiedcrtc,lag in seiner Art. — Die „Abendblätter" erschienen vom 1. Okto-ber bis Ende December 1810 und erloschen dann plötzlich, wohl zu-meist wegen Uneinigkeit der Rcdaction mit dem Verleger. Kleisthatte sich zuerst als Redactcnr nicht genannt, trat jedoch später mitseinem Namen hervor. Das Blatt enthält meist unbedeutende Auf-sätze und Bemerkungen, oberflächliche Thcatcranzcigen, Anekdotenu. s. w. nebst polizeilichen Mittheiluugen. Achim v. Arnim, Fon-quö u. A. arbeiteten zwar mit, aber nichts von Bedeutnng. VonKleist enthält es „die heilige Cäcilic," „das Bcttelweib von Locarno"und die beiden, zuerst von Bülow mitgctheilten Aufsätze: „über dasMarionettentheater" und „eine Anekdote aus dem letzten preußischenKriege." — Zn Anfang des folgenden Jahres 1811 erschien derzweite Band der gesammelten „Erzählungen;" sie zeigen noch Spu-