Einleitung.
xcrr
mannsschlacht, die als beredtes Zeugniß für den Grimm unsererEdlen über unsre Schmach unvergänglich bleiben wird. — Fichte's„Reden an die deutsche Nation" 1808, welche die ganze Jugend elck-trisirten, clelten ihn an; seine Epigramme überfließen von Hohn ge-gen den „Pädagogen," der einen Ander» sür sich bestellt, den Aufbauder Zeiten fortzuführeu, das lichtscheue Treiben der Tugendbündlerbetrachtete er mit Verachtung. „Die schreiben, Deutschland zu be-freien, mit Chiffern, schicken, mit Gefahr des Lebens, einander Bo-ten, die die Römer hängen, versammeln sich um Zwielicht, essen,trinken und schlafen, kommt die Nacht, bei ihren Frauen." „Meinstdu, die ließen sich bewegen, auf meinem Flug nur munter nachzu-schwingen? Die Hoffnung, morgen stirbt Augustus! lockt sie, bedecktmit Schmach und Schande, von einer Woche in die andere." —'Jetzt zeigten die Spanier, wie man es machen müsse: die eignenDörfer und Städte verheert, die Brunnen vergiftet, die Feinde wiewilde Thiere gehetzt, kein menschliches Band, kein Wort, kein Eidihnen gegenüber heilig! So sollte es auch in Deutschland sein: „alleTristen, alle Stätten färbt mit ihren Knochen weiß! welchen Rab'und Fuchs verschmähten, gebet ihn den Fischen preis!" — KonnteLlcist die rettende That nicht selber thun, so mußte er wenigstensden Retter sich ausmalcn: in dessen Seele jedes Gefühl erstickt war,als Haß gegen die Franken! (Rostopschin!) — Die Nicdcrmetze-lung der Legionen im Teutoburger Walde bot sich als natürlichesGcgcnbild. Wenn man menschlich wahr und stark empfindet, wirdman allen Zeiten gerecht; dis Herrmannsschlacht giebt keine anti-quarische Ausbeute, man könnte mit Aenderung der Namen dasGanze in die Gegenwart verlegen, und doch verstößt das Stück inkeiner Weise gegen das deutsche Alterthum. — An sich ist der Ge-genstand, bereits von Klopstock behandelt, höchst undramatisch. ESist mißlich, auf dem Theater eine Ueberlistung des Feindes und dieVernichtung desselben gleichsam durch einen Naturproceß darzustelleu;