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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
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Einleitung.

der Ritter von jenem wunderbar somnambulen Zustand die Haupt-sache vergißt, das Antlitz der Braut, die ihm der Himmel gezeigt;er hat sie wirklich und deutlich gesehn, aber selbst Käthchens unge-wöhnliches Betragen ruft ihm so wenig die Erinnerung zurück, daßer selbst Kunigunde für die prädestinirte Kaisertochter hält. Wennin einzelnen Scencn das liebcsicchc beklommene Gemüth der Jung-frau uns rührt und bewegt, so wird uns ihr Zustand doch nichtverständlich, und der ganze Zauberapparat dient nur dazu, uns nochmehr zu verwirren. Ja selbst Penthesilea, mit der sie mehr Aehn-lichkeit hat als man glauben sollte, begreifen wir noch eher in ihremLiebeSwahnsinn.

Der Dichter dieser Fraucngestalten muß Wohl tiefe Blicke indas weibliche Herz geworfen haben, aber es ist uns darüber nichtsüberliefert. In diesem merkwürdigen Jahr lernte er im Körner-scheu Hause ein reiches und liebenswürdiges Mädchen kennen, undcs schien ihrer Verbindung nichts im Wege zu stehn; aber sie zer-schlug sich an Kleist's Verlangen, die Geliebte sollte ihm ohne ihresVormunds Wissen schreiben. Sie schlug cs ab, er wiederholte seineBitte nach drei Tagen, in denen er sic nicht besuchte, darauf nachebensoviel Wochen und Monaten, und löste so das Verhältnis; völlig.Aus Niedergeschlagenheit darüber, und weil es sich zugleich entschied,daß der Phöbns keinen Fortbestand mehr haben würde, versuchteKleist schon hier, sich daS Leben zu nehmen: Rühle fand ihn einesHerbsttags, von einer starken Dosis Opium der Besinnung beraubtauf dem Bett liegen. Frau von Rühle erzählte später einige Sei-nen, die auf offnen Wahnsinn deuten würden, wenn man sie nichtals einen wilden Scherz betrachten will, wie er bei nervösen Per-sonen nicht selten vorkommt.

Z» seinem persönlichen Mißgeschick gesellte sich die hoffnungs-lose Lage Deutschlands; in den Zorn über die Fremden ging seineganze Seele auf, und er gab ihm einen Ausdruck in der Herr-