Einleitung.
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Zeit für die Kunst verkündigt. Der Amphitryon handelt ja wohlebensogut von der unbefleckten Empfängniß der heiligen Jungfrauals von dem Geheimnis; der Liebe überhaupt, und so ist er geradeaus der hohen schönen Zeit entsprungen, in der sich endlich die Ein-heit alles Glaubens, aller Liebe und die große, innere Gemeinschaftaller Religionen ansgethan, aus der Zeit, zu deren echten GenossenSie und ich gehören. Protestiren Sie nicht länger, mein Freund,gegen die Zukunft des Herrn in Wissenschaft, Leben und Kunst!" —Auch die Jcnaischc Literaturzeitung (24. Juli) meinte etwas Ähn-liches — so sah es damals in den Köpfen aus! — Gentz hatteüber das Stück mehrere Unterredungen mit Goethe, ohne diesen zuüberzeugen. „Nach meiner Einsicht, sagt Goethe, scheiden sich An-tikes und Modernes ans diesem Wege mehr, als daß sie sich ver-einigten. Wenn man die beiden entgegengesetzten Enden eines leben-digen Wesens durch Contorsion zusammenbringt, so giebt das nochleine neue Art von Organisation; es ist allenfalls nur ein wunder-liches Symbol, wie die Schlange, die sich in den Schwanz beißt."„Der antike Sinn in Behandlung des Amphitryon ging ans Ver-wirrung der Sinne, auf den Zwiespalt der Sinne mit der Ucber-zengung; es ist daS Motiv der Menächmen, nur mit dem Bewußt-sein des einen Theils. Kleist geht ans die Verwirrung des Gefühlsaus. Das Stück enthält nichts Geringeres als die Deutung derFabel ins Christliche, die Ucberschattung der Maria vom heiligenGeist. So ist's in der Scene zwischen Zeus und Alkmcne. DasEnde aber ist klatrig. Der wahre Amphitryon muß es sich gefal-len lassen, daß ihm Zeus diese Ehre angethan hat; sonst ist die Si-tuation der Alkmene peinlich und die des Amphitryon zuletzt grau-sam." — Indessen hatte Goethe Lei dem Jon seines FreundesA. W. Schlegel dieselbe Situation, die noch dazu viel unpoeti-schcr behandelt war, gegen alle Anfechter aus das lebhafteste ver-theidigt. — Auch Tieck nennt mit Recht den Amphitryon eine Vcr-,