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Einleitung.
gewissen Punkt hin, wo er die Macht über seine Seele verliert —die künstlerische Besonnenheit bewahrte. — Bei keiner seiner Erzäh-lungen freilich entfaltet sich diese Gabe so glanzend als im Kohl-haas, wo das Problem seine Seele in ihrer ganzen Stärke erschüt-terte. — Ein einfacher Mann von starkem RcchtSgefühl wird durchVerweigerung des Rechts von Seiten der Behörden allmälig znmVerbrechen getrieben: um sich Recht zu verschaffen, wendet er Nüt-tel an, viel schlimmer als das ihm widcrfahrne Unrecht. Der Höhe-punkt der Geschichte ist die Stelle, wo KohlhaaS, vom Gericht ab-schlägig beschicken, „mit der widerwärtigsten Erwartung, die seineBrust jemals bewegt hatte, so oft sich ein Geräusch im Hofe hörenließ, nach dem Thorweg sieht," ob der Junker ihm etwa, vielleichtgar mit einer Entschuldigung, die Pferde znrückschickt: „der einzigeFall, in welchem seine von der Welt wohlerzogene Seele ans nichts,das ihrem Gefühl völlig entsprach, gefaßt war." Aber bald hörter das Gegcnlhcil, „und mitten durch den Schmerz, die Welt ineiner so ungeheuren Unordnung zu. erblicken, zuckte die innerlicheZufriedenheit empor, seine eigne Brust nunmehr in Ordnung zusehn." In Ordnung! durch den Entschluß, mit Brand und Mord,an der Spitze einer Frcvlerschaar, über die unschuldige Welt einzu-brechcn, um sich Recht zu verschaffen. — Wie der schlichte Manndurch den Fanatismus des Rechts selbst in's Mystische getrieben wird,ist vortrefflich entwickelt. Der Dichter hat vorher, durch einfacheStriche, »ns so lebhaft in die Mitte der Ereignisse versetzt, diePersonen und Zustände uns in ihren Bedingungen so gegenwär-tig gemacht, daß er nachher mit fliegender Hast die Flut der Be-gebenheiten beschleunigen kann, ohne daß wir es merken: wir glau-ben, sie noch immer Schritt für Schritt zu begleiten. Die Bewegungseiner Seele ist so durchsichtig, daß wir ihn vollkommen verstehn,selbst da noch, als mit fieberhaftem Ungestüm, mit maßloser Will-kür die Ereignisse sich durcheinander drängen. Die Scenen, wie