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Einleitung.
mir denn die einzige Anssicht in die Zukunft zerstören, die mich nochmit Lebenskraft erwärmt?".... In demselben Briefe berichtet ervon einem Sturm auf seiner Rhcinfahrt: „Jeder klammerte sich, alleAndern vergessend, an einen Balken an, ich selbst, mich zu halten.Ach es ist nichts ekelhafter als diese Furcht vor dem Tode. Das Le-ben ist das einzige Eigcuthum, das uns dann etwas wcrth ist, wennwir es nicht achten. Verächtlich ist es, wenn wir cs nicht leicht fal-len lassen können, und nur der kann es zu großen Zwecken nutzen,der es leicht und freudig wcgwerfen könnte. Wer es mit Sorgfaltliebt, moralisch todt ist er schon, denn seine höchste Lebenskraft, esopfern zu können, modert, indessen er es Pflegt. Und doch — o wieunbegreiflich ist der Wille, der über uns waltet! — Dieses räthsel-hastc Ding, das wir besitzen, wir wissen nicht von wem, das unsfortführt, wir wissen nicht wohin, eine Habe, die nichts wcrth ist,wenn sie uns etwas Werth ist, ein Ding wie ein Widerspruch, flachund tief, öde und reich, würdig und verächtlich, vieldeutig und un-ergründlich, ein Ding, das jeder wegwcrfen möchte wie ein unver-ständiges Buch: sind wir nicht durch ein Naturgesetz gezwungen eszu lieben? Wir müssen vor der Vernichtung beben, die doch nichtso qualvoll sein kann als oft das Dasein, lind indessen Mancher dastraurige Geschenk des Lebens beweint, muß er es durch Essen undTrinken ernähren und die Flamme vor dem Erlöschen hüten, die ihnweder erleuchtet noch erwärmt." — 15. August: „Alle Sinne bestä-tigen mir hier, was längst mein Gefühl mir sagte, daß nämlich dieWissenschaften uns weder besser noch glücklicher machen, und ichhoffe, daß auch das zu einer Entschließung führen wird.Ich kann dir nicht beschreiben, welchen Eindruck der erste Anblickdieser höchsten Sittcnlosigkcit bei der höchsten Wissenschaft ans mich-machte. Diese Nation ist reifer zum Untergang als irgend eine an-dere. . . . Zuweilen, wenn ich die Bibliotheken ansehe, wo in präch-tigen Sälen und in prächtigen Bänden die Werke Roussean's u. s. nw