Einlertung.
XXIX
des Herz hatte, wie Henriette"), Coblenz, Cöln u. s. w. Endlichim Anfang Juli kam er nach Paris an, wo er seine Empfehlungs-briefe abgab, ohne sie weiter zu benutzen. Ihm selbst wurden balddie Franzosen aufs höchste verhaßt; Ulrike, die in MannSklcidcrn mitihm lebte, scheint sich besser gefallen zu haben. — War der Plander Reise ein abentheuerlicher, so lag er wenigstens im allgemeinenZuge der Zeit. Seitdem in der revolutionären Gährung neue or-ganische Gedanken hervortraten, politischer, religiöser und künstlerischerArt, übte Paris eine wunderbare Anziehungskraft auf die strebsamedeutsche Jugend aus; in jenen Jahren finden sich dort knrz nachein-ander die Humboldt, Fr. Schlegel und Dorothea, Helminevon Hastfer, Rahel und Ludwig Robert zusammen; auchArnim, später Grimm mit Savigny, die sämmtlich bitter ent-täuscht aus Frankreich zurück kehrten.
Kleist, der keine Ahnung davon hatte, was in Paris anznfan-gen sei, und der über die Ungemiithlichkeit der Franzosen sich, nichtohne Scharfsinn, in die bittersten Satiren ergoß, schrieb von dortaus zuerst 21. Juli 1801 an seine Braut: „Meine schnelle Abreisevon Berlin, ohne Abschied von dir zu nehmen, der seltsame, dirhalbverständliche Grund, meine kurzen, trüben, verwirrten und dabeisparsamen Briefe — o sage, hat dir nicht zuweilen eine Ahnungvon Mißtrauen das Herz berührt?" „Verwirrt durch die Sätze einertraurigen Philosophie, unfähig mich zu beschäftigen, unfähig irgendetwas zu unternehmen, unfähig mich um ein Amt zu bewerben,hatte ich Berlin verlassen, blos weil ich mich vor der Ruhe fürchtete,in welcher ich Ruhe gerade am wenigsten fand; und nun sehe ichmich ans einer Reise begriffen, ohne Ziel und Zweck, ohne begreifenzu können, wohin mich das führen würde! Mir war eS zuweilen,als ob ich einein Abgrund entgcgcngingc. Und nun das Gefühl,anch dich mit mir hinabzuziehn. — Ich habe oft mit mir gekämpft,ob eS nicht meine Pflicht sei, dich zu verlassen." Aber: „soll ich