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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
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Einleitung.

aber wird er so gewaltig, daß sein ganzer Geist in qualvoller Ver-wirrung zuckt: ein Proceß, dem wir in seinen spätern Dichtungennur zu ost begegnen. Was nun den Inhalt de« Briefs betrifft,so wird er den ineisten Lesern wunderlich und etwas überspanntVorkommen. Wir haben alle mehr oder minder von der kantischenPhilosophie gehört, von der Subjektivität des Erkenncns und vonder Frage, ob synthetische Urtheile a priori möglich seien? und eshat unsere Nächte nicht angegriffen. Eine Reihe von Professorenhat mit der möglichsten Bequemlichkeit darüber docirt, und man hatsich mit solchen Gedanken so vertraut gemacht, daß man ihnen sogarmit einem gewissen Behagen zusieht. So abgestumpft war mandamals noch nicht; der Gedanke, daß man das Absolute nicht zuerkennen vermöge, erregte noch Entsetzen; man erinnere sich an denleidenschaftlichen Kampf Herder's und Jacobi'S gegen die Trost-losigkeit des neuen Systems, der gerade in jene Tage fallt. Jedesunbefangene Gemüth litt unter diesem Verlust. In demselben Jahrschildert Jean Paul (damals in Berlin) im Titan eine ähnlicheStimmung: sein Schoppe denkt so tief über das Ich, die Quellealler Gedanken nach, daß ihn dieses Ich wie ein Gespenst verfolgt,daß er den Kern seines Wesens, die Gewißheit seiner Persönlichkeitverliert und sich selbst ein leeres Näthselspiel wird, bis er im Wahn-sinn endet. Der Alte von Königsberg befreite sich aus dieser Nath-losigkeit des Wissens anscheinend nicht durch einen Act der Erkenntnis;sondern durch einen Entschluß; bei unruhigen, zerstreuten Gcmüthernmußte der geheime Reiz des Zweifels die Freude am Glauben über-wiegcn, und nach Anslöschung des Lichts, das Allen geleuchtet, suchtejeder iin Nebel seinen Weg. Am schmerzhaftesten mußte der Ge-danke denjenigen werden, deren Denken mit sinnlich plastischer Kraft,wie körperlich, im Gebirn arbeitete. So war es bei Kleist. Ungefährin derselben Zeit (31. Januar) schrieb er an Wilhelmine:Vielleichthat die Natur dir jene Klarheit zu deinem Glück versagt, jene trau-