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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
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von irgend einem Ziel znrückhielt. Wie sehr er mit sich oft zufrie-den war und sich seiner Fortschritte freute, so haderte er doch auchnicht selten mit sich selber, hielt sich für unbrauchbar und unfähigund wollte immer mit Gewalt und in kurzer Zeit mit Trotz daserzwingen, was nur Geduld, Ausdauer und Resignation auch demausgezeichneten Geiste gewähren können. Derjenige, dem es in die-ser Seelennnrnhe zum Bedürfnis; wird, sich immerdar gegen andremit seinen Kräften, nlid diese selbst wieder an einander zu messenund zu wägen, wird bald alles Maaß verliere». Es ist natürlich,daß die meisten Autodidakten, was sie ans ihre cigenthümlichc, zu-fällige »md heftige Weise erlernen, viel zu hoch anschlagcn; das; siein andern Stunden, wenn ihnen Wissen und Lernen nicht diese ru-hige Genügsamkeit giebt, die unsre Seele gelinde erweitert, alles Wis-sen, Denken und Lernen, alle Kenntnisse und Gelehrsamkeit tief ver-achten."

In Frankfurt lebte Kleist in heiterer Geselligkeit mit seinenFreunden und Geschwistern im elterlichen Hans. Dem wunderlichenHauswesen stand eine alte Tante vor; es wollte vom Morgen biszum Abend des Scherzes und der Lust kein Ende werden. Es währtenicht lange, so hatte Kleists Erscheinung die Gestalt des Familien-kreises völlig verändert. So heiter, kindlich und ansgelassen er seinkonnte, so ernst und verschlossen war er in andern Stunden; in alleBeschäftigungen suchte er Zusammenhang zu bringen. Als gutePreußen der damaligen Zeit sprachen die Damen ein sehr schlechtesDeutsch; dies stellte ihnen Kleist als eine Schande vor und erthcilteihnen Unterricht in der Muttersprache. Sie mußten ihm nach ge-gebenen Thematen Aufsätze machen, und er war sehr erfreut, wennsich eines mit Ehren ans der Sache zog. Er sorgte für ihre Lectüre,brachte ihnen die besten Dichter, las ihnen vor und ließ sich ihreBildung eisrigst angelegen sein. Einmal hielt er ihnen ein Colle-gium über Cnltnrgeschichte, zu welchem er sich ein ordentliches Ka-