XIII
schied. Der Brief, in dem er diesen Entschluß seinem alten Lehrermittheilt (18. MLr; 1799) ist etwas weitschweifig und pedantisch,wie junge Leute zu schreiben Pflegen, wenn sie zuerst das Kapitelvon den Urtheilen und Schlüssen studiren, aber es laßt sich gegenseine Ideen nichts eiuwenden. „Welche Anwendung ich einst vonden Kenntnissen machen werde, die ich zu sammeln hoffe, und aufwelche Weise ich mir das Brod, das ich für jeden Tag, und die Klei-dung, die ich für jedes Jahr brauche, erwerben werde, weiß ich nicht,mich beruhigt mein guter Wille, keine Art von Broderwerb undArbeit zu scheuen, wenn sie nur ehrlich sind. Es ist möglich, daßich einst sür rarhsam halte, ein Amt zu suchen, und ich hoffe auchfür diesen Fall, daß es mir leicht werden wird, mich für das Be-sondere eines Amts zu bilden, wenn ich mich sür das Allgemeine,für das Leben gebildet habe. Aber ich bezweifle diesen möglichenSchritt, weil ich die goldne Unabhängigkeit zu veräußern mich stetsscheuen werde, wenn ich erst einmal so glücklich wäre, sie mir wie-der erworben zu haben. Diese Aeußerung ist es besonders, die ichzu verschweigen bitte, weil sie mir viele Unannehmlichkeiten von Sei-ten meines Vormundes verursachen würde, der mir schon erklärt hat,ein Mündel müsse sich für einen festen Lebensplan bestimmen." —Nachdem er seinen Abschied erhalten, kehrte er nach seiner Vaterstadtzurück, wo er sich als Student immatriculiren ließ.
Der Plan war kühn, nichts weniger als klar durchdacht; aberer war ausführbar. Auf die Bedenken macht bereits L. Tieck auf-merksam. „Da er sich früher zum Soldaten bestimmt hatte, so warseine Erziehung nicht die eines künftigen Gelehrten gewesen, und eswar natürlich, daß er jetzt, im dreinndzwauzigsten Jahre, viele derStudireuden an Erfahrung, Ausbildung und entwickelten Gedankenübersah, wie er in den uöthigen Vorkenntnissen hinter den meistenzurück blieb. Dies verstimmte ihn oft, da er die Hemmung fühlte,und sein heftiger Geist nur gar zu gern alles übersprang, was ihn