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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
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Ei'nle-ituiig.

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theder hatte bauen lassen, und betrieb dies Geschäft mit solchem Ernst,daß, als eine seiner Znhöreriuncn sich durch einen vorübergehendenZug stören ließ, er plötzlich sehr erzürnt abbrach und seine Vorle-sungen ans lange Zeit einstelltc. Auch ans die Spiele erstreckte sichsein Bildungstrieb; er schrieb eigene Sprichwörter sür die Mädchen,die er ihnen sorgfältig einstndirtc. Sehr ernsthaft beschäftigte ihndie Kunst vorznlcscn; .er dachte darüber nach, ob man nicht wie beider Musik, durch Zeichen den Vortrag andeuten könne: in spätemJahren machte er wirklich in einem neuen Damenkreise den Ver-such. In seinem Fleiß, der manchmal schon deswegen ganz Nach-lassen mußte, weil er ihn zu sehr anstrengtc, verfiel er zuweilen ineine sonderbare Zerstreutheit, die sehr komische Sccnen hervorricf.Durch alles Gemeine und Niedrige wurde er empört; der geringsteVerstoß gegen die Sittlichkeit, ein Blick, eine Miene konnten ihn au-ßer Fassung bringen. Der mißrathene Selbstmordversuch einesFreundes, der, da die Pistole versagte, voll der Uebcrreiznng des Ge-fühls einige Tage krank blieb, erschütterte ihn damals tief; er sprachvon einer solchen That mit der größten Erbitterung nnd schalt siegemeine Feigheit, die zugleich die größte Sünde sei.

Den Mittelpunkt sand sein Streben in einer erwiederten Liebe.Wilhelmine, seine Braut,'war aus einem angesehenen Hause ausFrankfurt a. O. Bei der Verlobung hatte Kleist die Grille geltendgemacht, daß die Eltern nichts davon zn wissen brauchten: sobalderst über ein solches Verhältnis; gesprochen werde, oder Oheims nndBasen sich hineinmischcn, verlöre es sür ihn allen Reiz. Eine geist-volle Schwester seiner Braut, die er seine goldne Schwester zn nen-nen Pflegte, war die einzige Mitwisserin des Geheimnisses; da cSden jungen Mädchen aber auf die Dauer peinlich ward, es ihrenEltern verborgen zu halten, mußte es ihnen Kleist am Ende selbstsagen. Er verlangte von seiner Braut, daß sie nichts freuen sollteals was sich ans ihn bezog, nnd es verging selten ein Tag, an dem